Modellprojekt zur Vorbereitung auf Pflegeberufe wird fortgeführt

Neukölln. Eine ungewöhnliche Kooperation des Vereins Interkulturelles Beratungs- und Begegnungs-Centrum e. V. mit dem Krankenhauskonzern Vivantes machte es möglich: Erstmalig wurden junge Frauen und Männer auf Ausbildungen in Pflegeberufen vorbereitet.

Der Bedarf an Pflegepersonal wächst stetig, vor allem in Berlin. In Bezirken mit hohem Zuwanderungsanteil ist dieses Problem besonders gravierend. "Die erste Generation der Migranten ist älter geworden", sagt Dilek Kolat (SPD). Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen kennt die Probleme, die sich daraus ergeben: Migranten mit kulturellem Hintergrundwissen und Sprachkenntnissen gibt es kaum. Dabei haben gerade viele junge Bewohner mit Migrationshintergrund keinen Ausbildungsplatz. Mäßige Schulabschlüsse und Einstellungstests mit hohen Anforderungen verhindern oft den Einstieg in die "harten" Berufe im Pflegebereich.Umso mehr war die Senatorin am vergangenen Donnerstag erfreut, als sie zusammen mit Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) den männlichen und weiblichen Absolventen des Modellprojekts "Vorbereitungskurse im Pflegebereich" ihre Zertifikate und Ausbildungsverträge übergab. Alle haben einen der drei halbjährigen Kurse bestanden, die seit 2011 vom Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs Centrum gemeinsam mit der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH angeboten wurden. "Ziel war es, junge Menschen mit Migrationshintergrund an Pflegeberufe heranzuführen und sie auf den Einstellungstest bei Vivantes vorzubereiten", sagt Ilknur Gümüs vom Vereinsvorstand. Der Erfolg des Projekts spricht für sich: 28 von insgesamt 38 Kursabsolventen haben inzwischen Ausbildungsverträge erhalten, sieben Teilnehmer aus dem vergangenen Kurs befinden sich noch in der Bewerbungsphase.

"Die wichtigste Etappe ist erfolgreich bewältigt", meint auch Ulrich Söding, Leiter des Instituts für berufliche Bildung im Gesundheitswesen bei Vivantes. Angesichts des Erfolges stellte Senatorin Kolat nun eine weitere Finanzierung des Projekts durch ihre Senatsverwaltung in Aussicht.

Die nächsten Kurse beginnen am 1. Oktober. Infos gibt es unter www.ibbc-berlin.de.

Slyvia Baumeister / syri
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