Paul Hindemith Musikschule Neukölln besteht 85 Jahre

Paul Hindemith (1895-1963), nach dem die Musikschule Neukölln 2002 umbenannt wurde, unterrichtete dort in den Jahren 1930 bis 1935. (Foto: Fondation Hindemith)

Neukölln. 1927 gegründet, gehört die Paul Hindemith Musikschule zu den drei ältesten staatlichen Musikschulen in Deutschland. Von Beginn an galt die außerschulische Einrichtung als modern und beispielhaft - so wie auch heute noch.

Kleinkinder, die im Beisein ihrer Eltern zum ersten Mal in ihrem Leben der Musik lauschen und sich dazu bewegen. Grundschüler, die für ein Musical gemeinsam proben. Junge Menschen, die sich auf ihr Studium als Musicaldarsteller vorbereiten. Senioren, die wöchentlich gemeinsam in einem Rock- und Popchor singen. All diese verschiedenen Altersgruppen können sich an einer Institution Neuköllns über den Weg laufen: der Musikschule. Die außerschulische Bildungseinrichtung genießt seit ihrer Gründung 1927 einen außergewöhnlichen Ruf. Hier unterrichteten schon in der Zeit der Weimarer Republik bedeutende Lehrer, darunter der berühmte Komponist Paul Hindemith, nach dem die Schule 2002 umbenannt wurde. Das pädagogische Konzept galt von Anfang an als hochmodern. "Hier wollte man nicht nur Talente fördern. Jeder Mensch sollte Zugang zur Musik bekommen, das war das Besondere an dieser Einrichtung", erzählt Musikschulleiter Daniel Busch. Dieses Konzept wird auch heute noch umgesetzt, am Standort in der Boddinstraße 34 und auf dem Gutshof Britz. Heute bietet die Einrichtung etwa 60 instrumentale oder vokale Lehrfächer im Einzel- und Gruppenunterricht an. In 15 Fachbereichen unterrichten 150 Lehrkräfte jährlich über 4000 Musikschüler aller Altersgruppen. Viele Projekte laufen in Kooperation mit Schulen: "Gerade in sozialen Brennpunkten können wir nur dort die Kinder erreichen", sagt Busch.

Ihren guten Ruf verdankt die Musikschule aber auch der Arbeit auf anderen Ebenen: So sind unter den Siegern des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend musiziert" fast in jedem Jahr Schüler dieser Einrichtung. Eine ganze Reihe von bekannten Ensembles sind hier zudem beheimatet, unter anderem der Jugendchor Gropies Berlin Gropiuslerchen und die Flintstones. Im Rahmen des Festival Schloss Britz sind Dozenten und Schüler der Musikschule an der Produktion und Aufführung von Opern beteiligt. Regelmäßig gibt es im Kulturstall des Gutshofs in Alt-Britz 81 Konzerte von und mit Musikschülern. Letztmalig spielen sie dort in diesem Jahr in einem Weihnachtskonzert am Sonnabend, 15. Dezember, um 15 Uhr.

Weiterführende Informationen gibt es auch im Internet unter musikschuleneukoelln.de.

Slyvia Baumeister / syri
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