Vorfälle an der Sonnen-Grundschule waren erfunden

Neukölln. Nach angeblichen Übergriffen von Fremden auf Schülerinnen an der Sonnen-Grundschule setzte Schulstadträtin Franzsika Giffey (SPD) einen Wachschutz ein. Auch wenn sich nun herausstellte, dass es sich um erdachte Geschichten handelte, bleibt die Sicherheitsfrage.

Die Vernehmungen der Polizei brachten ans Tageslicht, dass zumindest zwei der Zwischenfälle an der Sonnen-Grundschule gar nicht stattgefunden haben. "Die Geschichte, die ein Mädchen erzählt hatte, das angeblich von einem fremden Mann auf eine Toilette geschubst worden war, ist frei erfunden", kommentierte Polizeisprecher Thomas Neuendorf den Vorfall vom 3. Juni. Dasselbe gelte für die Geschichte von der Begegnung einer Schülerin mit einem "schwarzen Mann" auf einer Schultoilette, der durch ein Fenster geflüchtet sei. Bis Redaktionsschluss war noch unklar, inwiefern ein Vorfall ebenfalls erfunden ist, bei dem ein Mädchen in der Schule von einem Mann an Schulter und Brust gefasst worden sein soll. Die Polizei hatte das Mädchen bis dahin noch nicht vernehmen können. "Nach unseren Erfahrungen sind Vorfälle auf dem Schulgelände äußerst selten. Viel häufiger werden Kinder auf dem Schulweg von Fremden angesprochen und müssen dementsprechend sensibilisiert werden", sagt Neuendorf. Allmählich legt sich nun die Hysterie wieder. Es gilt, zum Alltag zurückzufinden. Auch, wenn das Ansehen der Schule am Dammweg unter diesen Vorfällen gelitten hat.

"Wir müssen nun versuchen, mit dieser Situation besonnen umzugehen", mahnt Schulstadträtin Franziska Giffey (SPD). Die Mädchen hätten der Schule durch ihr Verhalten schweren Schaden zugefügt, der nun mit dem Schulpsychologen und dem Jugendamt aufgearbeitet werde. Giffey hatte nach Kenntnis der angeblichen Übergriffe am Wochenende innerhalb von 24 Stunden für die Präsenz eines Wachschutzes am Schuleingang gesorgt. Wie es mit den Sicherheitsmaßnahmen für die Sonnen-Grundschule nach den Sommerferien weitergehen soll, entscheidet sich in wenigen Tagen bei einer Begehung mit dem Schulträger, der Schulaufsicht und der Polizei. Giffey: "Wenn die Schule einen Wachschutz behalten möchte, werden wir dies möglich machen."


Sylvia Baumeister / SB
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