Ehemalige Mitarbeiter von TRO und WF im Industriesalon gefragt

Winfried Müller sucht frühere Kollegen aus der Senderöhrenfertigung. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Der Industriesalon, einst aus dem Museum des Werks für Fernsehelektronik entstanden, ist längst zum Dokumentationszentrum der örtlichen Industriegeschichte geworden. Für zwei Projekte werden jetzt Zeitzeugen gesucht.

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls wird an einer Ausstellung gearbeitet, die Niedergang und Schließung des Transformatorenwerks Oberspree (TRO) behandelt. Der frühere AEG-Betrieb an der Wilhelminenhofstraße hatte das Ende der DDR zunächst überlebt und war Ende 1996 geschlossen worden.

"Wir brauchen Menschen, die dort noch nach 1990 gearbeitet haben und uns sagen können, wie das war. Gefragt sind einfache Arbeiter, aber auch Ingenieure oder Mitarbeiter der Betriebsleitung, die über die Gründe für den Untergang der einst leistungsfähigen Firma reden würden", sagt Rabea Böger. Gemeinsam mit Lisa Sachs ist sie im Bundesfreiwilligendienst für den Industriesalon tätig. Die jungen Frauen führen Interviews mit der Videokamera und wollen so Informationen über das Ende des TRO der Nachwelt erhalten. Im Rahmen einer Ausstellung sollen die Interviews auch gezeigt werden. "Wir konnten leider erst acht Interviews führen. Um eine aussagekräftige Dokumentation zu erstellen, brauchen wir mindestens 20 frühere TRO-Mitarbeiter, die uns ihr Wissen weitergeben", sagt Lisa Sachs.

Ebenfalls an Informationen interessiert ist Winfried Müller, früher Ingenieur im Werk für Fernsehelektronik (WF). Er sucht Kollegen aus der Röhrenfertigung, die ihm an einem erhaltenen früheren Arbeitsplatz zeigen können, wie die Produktion der Senderöhre SAL 358 funktionierte. "Vor allem, wie die Korbgitter gewickelt wurden, ist uns bisher völlig unbekannt. Wir wollen das künftig am historischen Fertigungsplatz zeigen", sagt Müller.

Wer eines oder beide Projekte unterstützen möchte, meldet sich unter 53 00 70 42 oder mittwochs, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr direkt im Museum, Reinbeckstraße 9.

Ralf Drescher / RD
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