Die Folgen der rasanten Entwicklung sind schon heute im Bezirk spürbar

Pankow. Die Bevölkerungszahl in Pankow wird in den nächsten Jahren stetig weiter wachsen. Die aktuelle Prognose des Senats geht von einem Bevölkerungswachstum von 16,3 Prozent bis 2030 in Pankow aus.

Geht man von aktuell 365 000 Pankowern aus, dann wären das etwa 60 000 Einwohner mehr im Jahre 2030. Das entspricht in etwa der Bewohnerzahl eines Pankower Ortsteils. Ist der Bezirk überhaupt auf ein solches Wachstum vorbereitet? Das wollte auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die SPD-Fraktion wissen. "Wir sehen diese Prognose positiv", erklärt der Pankower Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). "Sie zeigt uns, dass Pankow offenbar für viele attraktiv ist. Wir leben in einem Wachstumsbezirk. Das sollte uns lieber sein als eine rückläufige Entwicklung. Dann hätten wir mit ganz anderen Problemen zu kämpfen."Das Bezirksamt wisse aber, dass die anstehende Entwicklung auch zu Konflikten um zur Verfügung stehende Flächen führen wird. So werden zum Beispiel Wohnungsbau, Gewerbe und Kleingartenanlagen um Flächen ringen. Von der Prognose des Senats sei das Bezirksamt nicht überrascht gewesen, sagt Köhne. "Wir haben in den vergangenen Jahren bereits ein großes Bevölkerungswachstum registriert." Deshalb wurde im Bezirksamt auch eine Steuerungsrunde eingerichtet, um darauf zu reagieren.

Die Auswirkungen werden bereits heute unter anderem in der Diskussion um Kita- und Schulplätze deutlich. Viele von denen, die nach Pankow ziehen, sind Familien mit Kindern. Deshalb muss der Bezirk für diese auch entsprechende Infrastruktur vorhalten. Wie die Zahl der jungen Pankower in den vergangenen fünf Jahren zunahm, macht die Pankower Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) deutlich: "Wir haben in dieser Zeit acht neue Grundschulen gegründet. Mit Blick auf die Bevölkerungsprognose müssen wir in jedem der kommenden Jahre mindestens eine weitere Schule eröffnen." Die Schulstadträtin macht klar, dass das der Bezirk aber nicht allein stemmen kann. In puncto Schulentwicklung müsse es deshalb einen Runden Tisch mit Senatsbeteiligung geben, fordert die Stadträtin.


Bernd Wähner / BW
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