Die vergangenen zwölf Monate im Rückblick (II)

Johannes Leisterer und Andrea Riewestahl gehören zur Freiwilligen Feuerwehr Pankow. Diese feierte 2012 ihren 125. Geburtstag. (Foto: BW)
 
Bagger rissen im März die frühere Pankower Kaufhalle am Pankower Anger ab. (Foto: BW)

Pankow. Das Jahr 2012 geht zu Ende. In der Berliner Woche haben wir Sie über Ereignisse in Pankow informiert, Probleme aufgegriffen und Menschen vorgestellt. Jetzt ist es Zeit für einen Rückblick.

Januar: Für die Kleingärtner der Anlage Famos an der Heyn- und Brehmestraße gab es noch einen Hoffnungsschimmer. Die Anlage besteht seit 90 Jahren. Zwanzig der insgesamt 72 Parzellen sollten Ende 2011 geräumt werden. Eine Baugemeinschaft will dort ein Wohnhaus errichten. Der Grundstückseigentümer Deutsche Bahn AG kündigte deshalb den Kleingärtnern. Die Wirksamkeit der Kündigung wurde zunächst gerichtlich angezweifelt. Im Laufe des Jahres kämpften die Kleingärtner mit fantasievollen Aktionen weiter. Leider ohne Erfolg. Im Spätherbst 2012 mussten sie doch ihre Parzellen räumen.

Februar: Im Bezirk standen die Haushaltsberatungen für 2012/13 an. Der Haushaltsentwurf des Bezirksamtes sah die Schließung etlicher Einrichtungen vor. Unter anderem sollten die Gartenarbeitsschule Pankow, die Nachbarschaftsbibliotheken und andere Einrichtungen kein Geld mehr bekommen. Dagegen protestierten Nutzer der Einrichtungen vor der Bezirksverordnetenversammlung. Mit Erfolg. Fast alle Einrichtungen konnten weiter erhalten bleiben.

März: Die frühere Kaufhalle am Anger wurde abgerissen. Diese verschandelte das Stadtbild schon seit mehreren Jahren. Die neue Eigentümerin des Grundstücks, die ANH Hausbesitz GmbH & Co. KG, möchte dort einen Neubau errichten. Bis es losgehen kann, muss das Bezirksamt aber erst noch einen Bebauungsplan aufstellen.

April: Das neue Bürgerhaus an der Franz-Schmidt-Straße 8-10 im Ortsteil Buch wurde in Betrieb genommen. Mehrere Monate ließ das Bezirksamt die frühere Kita umbauen. Als erstes zog im das Bürgeramt Buch/Karow ein. Später folgten Sozial-, Kinder-, Jugend-, Senioren- und Frauenprojekte.

Mai: Der Künstler Karl Menzen montierte das diesjährige Kunstwerk auf dem Pankower Anger. Er konzipierte und installierte drei aufeinander gestapelte Prismen. Bis in den Herbst hinein blieb das Kunstwerk stehen. Außerdem hatte der Verein für Pankow im Mai seine Mitglieder aufgerufen, für Blumen im Bürgerpark zu spenden. Es kam so viel Geld zusammen, dass insgesamt 4000 Pflanzen auf die Beete am Bürgerparktor gesetzt werden konnten.

Juni: Die Siedlung Blankenfelde konnte ihren 80. Geburtstag feiern. Ab 1932 entstand sie auf ehemaligen Rieselfeldern. Kinderreiche Berliner Familien errichteten in Selbsthilfe 184 Doppelhäuser auf sogenannten Siedlerstellen.

Juli: In der Stillen Straße 10 nahm eine Aktion Fahrt auf, die nicht nur die lokalen Medien über Wochen begleiteten. Sogar bundesweit und international fand sie große Aufmerksamkeit. Die Seniorenfreizeitstätte Stille Straße sollte geschlossen werden. Weil die Senioren das nicht akzeptieren wollten, besetzten sie einfach das Haus. 112 Tage dauerte die Besetzung. Als neuer Träger der Einrichtung fand sich die Berliner Volkssolidarität.

August: Am 24. und 25 August hieß es "Pankow feiert". Mehrere Vereine und Initiativen hatten sich zusammengefunden, um das Ende der Bauarbeiten auf der Berliner Straße zu feiern.

September: Die Freiwillige Feuerwehr Pankow beging ihren 125. Geburtstag. Zugleich konnte das Jubiläum zwanzig Jahre Jugendfeuerwehr gefeiert werden.

Oktober: Für den Umbau des früheren Krankenhausgeländes an der Wiltbergstraße 50 zum Ludwig-Hoffmann-Quartier wurde der Baubeginn gefeiert. In den nächsten fünf Jahren entstehen dort zwei Schulen, etwa 300 Wohnungen, Gewerbe- und Kultureinrichtungen sowie anderes mehr.

November: Auf dem Gelände der Helios Klinik an der Schwanebecker Chaussee 50 eröffnete die Ronald McDonald Stiftung im Beisein von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr ein Elternhaus. Dieses ist ein Zuhause auf Zeit für Eltern, deren Kinder in der Bucher Kinderklinik betreut werden. Außerdem protestierten Künstler aus dem Atelierhaus an der Prenzlauer Promenade 149-152 dagegen, dass der Liegenschaftsfonds die Immobilie den Berliner Wohnungsbaugesellschaften anbieten will. 80 Künstler würden ihre Ateliers verlieren.

Dezember: In Blankenfelde wurde das Fundament eines mittelalterlichen Wohnturmsals Bodendenkmal eingeweiht. Es befindet sich zwischen den Häusern Hauptstraße 145d und 145c.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden