Vom Bezirk beauftragte Gutachter schlagen Veränderungen vor

Pankow. Wie können die öffentlichen Bibliotheken des Bezirks noch effektiver und kundenorientierter arbeiten? Dieser Frage sollten Gutachter von "Smentek - Büro für Managementberatung + Moderation" in einem Gutachten nachgehen.

Auf Anregung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wurde dieses Gutachten vom Bezirksamt in Auftrag gegeben. Die Pankower Bibliotheken schnitten bisher in der Kosten-Leistungs-Rechnung im Vergleich zu anderen Bezirken nicht sonderlich gut ab. Deshalb sahen sich Sabine Smentek und ihre Kollegen alle öffentlichen Bibliotheken Pankows genau an. Doch die Gutachter konnten keine Potenziale zur Kostensenkung entdecken. Im Gegenteil: Sie regen an, dass der Bezirk noch mehr in die Anschaffung von Medien investieren sollte. Dafür müsste ein höheres Budget zur Verfügung stehen. Denn nur ein aktueller Bestand ziehe auch Leser an. Und mit mehr Nutzern würden die Büchereien auch in der Kosten-Leistungs-Rechnung besser dastehen.Allerdings sind aus Sicht der Gutachter einige Veränderungen in der Bibliothekslandschaft nötig. Völlig uneffektiv sei zum Beispiel der Betrieb der Doppelbibliothek Buch/Karow an der Achillesstraße und an der Wiltbergstraße. Zu den Öffnungszeiten in Karow sitzen die Mitarbeiterinnen manchmal stundenlang da, ohne dass ein Leser kommt. Deshalb schlägt das Gutachten vor, die Karower Bibliothek aufzugeben. Stattdessen sollte ein größerer Standort in Buch gesucht werden, an dem beide Filialen zusammengelegt werden.

Ein Versorgungsdefizit haben die Gutachter hingegen im Ortsteil Pankow ausgemacht. Dort gibt es zwar die Janusz-Korczak-Bibliothek an der Berliner Straße. Aber die allein reicht nicht aus. Und in Niederschönhausen und Blankenfelde gebe es erst gar kein Angebot. Die Gutachter schlagen deshalb vor, über den Einsatz einer Fahrbibliothek nachzudenken.

Außerdem empfehlen die Gurtachter in allen Bibliotheken ein kostenloses W-LAN einzuführen. Des Weiteren sollte das Marketing verbessert werden. Auch eine veränderte Struktur der Öffnungszeiten könnte mehr Publikum bringen. Wie diese Vorschläge umgesetzt werden, werden die Bezirkspolitiker in den nächsten Wochen diskutieren.


Bernd Wähner / BW
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