Zwei Vorschläge für einen neuen Platz gibt es schon

So sah es auf dem Garbátyplatz noch vor zwei Jahren aus. Der Schriftzug Garbáty ist inzwischen abgebaut worden. (Foto: BW)

Pankow. Die Kommission für Bürgerarbeit setzt sich dafür ein, dass ein anderer Platz als der bisherige nach Josef Garbáty benannt wird.

Die Kommission für Bürgerarbeit war 1998 von Pankowern gegründet worden. Sie setzte seinerzeit gegen eine Zentrale der Republikaner in Pankow ein. Mit Erfolg. Danach beschäftigte sie sich unter anderem intensiv mit dem Leben und Wirken des jüdischen Zigarettenfabrikanten Josef Garbáty (1851-1939). Dieser war sozial sehr engagiert. Als erster Unternehmer Berlins führte er den Acht-Stunden-Arbeitstag ein. Außerdem gründete er Schulen, Bibliotheken und Waisenhäuser. An den Pankower Unternehmer wollten die Mitstreiter der Kommission erinnern. Zunächst setzten sie sich dafür ein, die Berliner Straße in Garbátystraße umzubenennen. Das gelang zwar nicht, aber die Pankower Bezirkspolitiker entschieden, dem Platz am U- und S-Bahnhof Pankow den Namen Garbátyplatz zu geben.Im zurückliegenden Jahr entstand nun allerdings ein neues Wohn- und Geschäftshaus auf diesem Platz. Abgesehen davon, dass die meisten Pankower sich mit dessen Architektur nicht anfreunden können, von einem Platz kann an dieser Stelle nicht mehr die Rede sein. Im Namen der Kommission für Bürgerarbeit fragte Andrée Leusink in der Einwohnerfragestunde der Bezirksverordnetenversammlung, wie der Bezirk künftig in angemessener Weise die Lebensleistung Garbátys zu würdigen gedenke. Die Kommission hat bereits einen Vorschlag parat. Sie schlägt vor, den noch unbenannten Platz im Bereich Granitz-, Kissingen- und Berliner Straße zum neuen Garbátyplatz zu machen.

Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt, dass er großes Verständnis für den Vorschlag habe. Auch wenn der Neubau auf dem heutigen Garbátyplatz bei den Bürgern nicht gut ankomme, mit dem Investor wurde vereinbart, dass der Schriftzug mit dem Namen Garbáty wieder auf dem Platz aufgestellt werden soll. Das schließe aber nicht aus, dass ein anderer Platz nach Garbáty benannt wird. "Es gibt ein Verfahren zur Benennung von Straßen und Plätzen. Das beginnt mit einem Antrag für eine Benennung, und dann ist ein vorgeschriebener Weg zu gehen." Laut Kirchner gibt es auch noch eine weitere Initiative für einen neuen Garbátyplatz. Diese schlägt vor, den noch in einen richtigen Platz umzugestaltenden Parkplatz nördlich vom Jüdischen Waisenhaus nach Garbáty zu nennen.


Bernd Wähner / BW
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