Anwohner fordern mehr Informationen zum Stauraumprojekt unterm Mauerpark

Prenzlauer Berg. Die Berliner Wasserbetriebe wollen unter dem Mauerpark einen Stauraumkanal bauen. Vor allem über das Wie wird noch gestritten. Mit Stauraumkanälen soll die weitere Verschmutzung von Gewässern gestoppt werden.

Wenn es stark regnet, sind die Klärwerke überlastet. Wasser von den Straßen fließt dann ungefiltert in die Gewässer. Damit diese Verschmutzung gestoppt wird, einigten sich Senat und Wasserbetriebe darauf, dass in Berlin ausreichend Stauraumkanäle gebaut werden. Dort wird das Wasser zwischengespeichert.

Als geeigneten Ort machten die Fachleute den Mauerpark aus. Dort wäre Platz für etwa 7000 Kubikmeter Wasser. Wie Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (B’90/Grüne) auf Anfrage der SPD-Fraktion in der BVV berichtet, wurden fünf Varianten geprüft. Favorisiert wird eine Variante, die eine unterirdische Bauweise des Kanals vorsieht. Es soll nur an der Gleim- und Bernauer Straße Einstiegsschächte geben. Vorgesehen sei, eine Röhre mit 3,8 Meter Durchmesser und 725 Meter Länge zu verlegen, so Kirchner.

Noch befänden sich die Wasserbetriebe in der Vorplanungsphase. Doch das Vorhaben sorgt schon jetzt für einigen Diskussionsstoff. Unter anderem wurde diskutiert, ob die Wasserbetriebe zwei Jahre ohne Unterbrechung oder fünf Jahre nur im Winter bauen sollten. Die fünf Jahre Bauzeit hätten wohl den Vorteil, dass es für die Parkbesucher kaum Behinderungen gebe. Diese Variante wäre aber auch zwei bis drei Millionen Euro teurer, so Kirchner. Deshalb erteilte das Bezirksamt inzwischen eine Sondergenehmigung für zwei Jahre Bauzeit. Die sei allerdings mit etlichen Auflagen verbunden, versichert der Stadtrat: "Es darf unmittelbar für den Mauerpark keine Nutzungseinschränkungen geben."

Anwohnerinitiativen kritisieren, dass die Anlieger bisher nicht in die Planungen einbezogen wurden. Auch die Öffentlichkeitsarbeit lasse zu wünschen übrig. Bisher fand nur eine Infoveranstaltung im September statt. Dort fühlten sich die meisten nicht ausreichend informiert. Verordnete fordern nun eine bessere Informationspolitik. Klaus Mindrup (SPD): "Der Mauerpark ist ein Anziehungspunkt in der Stadt. Deshalb ist es für die Öffentlichkeit wichtig zu wissen, wie es dort weitergeht."


Bernd Wähner / BW
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