Bötzowbrauerei soll zu neuem Leben erweckt werden

Zum Baubeginn auf dem Gelände der Bötzowbrauerei informierten sich zahlreiche Interessierte auf großen Ausstellungstafeln über die Baupläne. (Foto: BW)
 
Ein beliebtes Fotomotiv bei Rundgängen durch die alte Bötzowbrauerei waren die Reste der alten Technik in den Gewölben. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Die Bötzowbrauerei wird endlich wachgeküsst, nachdem sie viele Jahre im Dornröschenschlaf lag. Den Mut dazu hat der Unternehmer Hans Georg Näder. Vor wenigen Tagen gab er den Startschuss für die Bauarbeiten auf dem riesigen Gelände in der Prenzlauer Allee 242-246.

Der Inhaber des weltweit führenden Prothesenherstellers Otto-Bock-Gruppe hat die frühere Brauerei vor gut drei Jahren erworben. Seitdem entwickelte er mit seinen Architekten Ideen für das Industriedenkmal. Zum Start der Bauarbeiten auf dem knapp 23 500 Quadratmeter großen Grundstück lud er nun Interessierte zu einem großen Fest ein. Jeder konnte sich über die Pläne informieren, an Rundgängen durch die Brauereikeller teilnehmen, aber auch schon erste Aktivitäten auf dem Gelände besichtigen. Die Gebäude sind inzwischen derart marode, dass der Sanierungsaufwand erheblich ist. Trotzdem dürfen sie wegen des Denkmalschutzes nicht abgerissen werden. Bisher scheiterten daran alle potenziellen Investoren. Die Bemühungen, die Bötzowbrauerei umzubauen, reichen bis in das Jahr 1995 zurück. Seinerzeit hatte die Metro AG das Areal erworben. 2001 gab es endlich die Baugenehmigung, aber mit strengen Denkmalschutzauflagen verbunden. Der Investor stieg aus.

Der Unternehmer Hans Georg Näder geht an das Projekt nun ganz anderes heran. Nach Gesprächen mit dem Bezirksamt wurde ihm klar, dass im Quartier keine weiteren Luxuswohnungen und Einkaufszentren gewünscht sind. Deshalb wird in einige der Gebäude ein Teil seines Unternehmens einziehen, so eine Rollstuhlmanufaktur und das "Ottobock Future Lab", in dem neuartige Prothesen entwickelt werden. Etwa 200 Mitarbeiter werden dort arbeiten.

Ein Teil des Areals soll der Kunst und Kultur vorbehalten sein. So sind Ateliers für Künstler geplant. Wie gut sich die alten Gemäuer dafür und für Kunstpräsentationen eignen, zeigt das Künstlerpaar Eva und Adele zurzeit in einer Ausstellung. Die beiden gestalteten nicht nur den neuen Schriftzug "Futuring" am Schornstein, sondern auch eine Ausstellung in den alten Gemäuern. Diese ist noch bis zum 26. Mai donnerstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Weiterhin ist ein Hotel vorgesehen. Für dessen Betrieb konnte der Investor den amerikanischen Spitzenhotelier André Balasz gewinnen.

Ab 2015 will Näder in einem weiteren Bauabschnitt den früheren Brauerei- und Gärkeller umbauen lassen. Im Untergrund sollen Läden und Kunstgalerien einziehen. Dabei orientieren sich die Planer am New Yorker Chelsea Market. Einen Vorgeschmack auf das, was es künftig im Keller zu sehen gibt, bekommen Interessierte ab 17. Mai von einem der ersten Neumieter. Der renommierte Zwei-Sterne-Koch Tim Raue wird dann nämlich im Atelierhaus sein inzwischen drittes Berliner Restaurant eröffnen. Dort finden 54 Gäste Platz.

Neben der Sanierung der denkmalgeschützten Altbausubstanz werden auf den südlich gelegenen Freiflächen voraussichtlich Neubauten entstehen. Darüber wird zurzeit noch mit den Berliner Stadtplanern verhandelt. Insgesamt plant Hans Georg Näder, etwa 150 Millionen Euro in die Wiederbelebung der früheren Bötzowbrauerei zu investieren.

Weitere Informationen zu den Plänen gibt es im Internet auf www.boetzowberlin.de.

Bernd Wähner / BW
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