Hörbarer Genuss beim "Ernst Moritz Arndt" Chor

Seit zwölf Jahren dabei: Der ehemalige Eisenbahner Eberhard Lorenz ist einer der 64 leidenschaftlichen Sänger im Chor. (Foto: Wrobel)
 
Geprobt wird im S-Bahnwerk Friedrichsfelde. (Foto: Wrobel)
Berlin: Max-Taut-Aula |

Lichtenberg. Seinem Publikum bietet der gemischte Chor "Ernst Moritz Arndt" weit mehr als anspruchsvollen Hörgenuss. Am 23. April zeigt der Chor in einem Jubiläumskonzert sein ganzes Können.

"Das Wichtigste beim Singen? Das ist das Hören", lacht Eberhard Lorenz. Der 67-Jährige nimmt die Hände zur Hilfe und deutet mit den Zeigefingern auf seine Ohren. Hörbar gute Musik ist es, die den ehemaligen Eisenbahner schon immer begeistert hat. "Beim Singen kommt es ja nicht nur auf die Tongebung an. Was mache ich mit meinem Körper? Die Körperhaltung kann einiges beeinflussen. Dazu kommen noch Rhythmus, Phrasierung, Modulation und Sprache." Schon als Schuljunge hat sich Lorenz für den Gesang begeistert.

Seit zwölf Jahren ist er nun Sänger im gemischten Chor "Ernst Moritz Arndt" (EMA) aus Lichtenberg. Der Laienchor wurde ursprünglich 1951 von singenden Eisenbahnern gegründet. Heute steht der Chor allen Gesangsbegeisterten offen, auch wenn die wöchentlichen Proben noch immer im Saal des S-Bahn-Werkes Friedrichsfelde stattfinden. "Wir haben ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sängern und Sängerinnen. Das ist selten", sagt Kerstin Teichert. Die Erzieherin ist noch länger als Eberhard Lorenz, nämlich seit 34 Jahren, dabei. Die 53-Jährige kam zum EMA-Chor, da war sie gerade 19 Jahre alt. Mittlerweile kann sie zusammen mit ihren 64 Mitsängern auf eine erfolgreiche Chorvita zurückblicken. Sie traten bereits in der Philharmonie, in der Gethsemanekirche und im Ausland auf. "Als Laienchor arbeiten wir an unserer Qualität: Neben der Stimmbildung und den wöchentlichen, dreistündigen Proben kommen noch regelmäßige Registerproben dazu", sagt Teichert. Ein Chorleben erfordere viel von der eigenen Freizeit. "Meistens habe ich selbst nach den Proben nicht genug vom Singen. Dann singe ich sogar nachts zuhause weiter", sagt die Chorsängerin lächelnd.

Ein Chor, da sind sich Eberhard Lorenz und Kerstin Teichert sicher, ist wie eine musikalische Heimat. "Und gerade dieser Chor gibt mir das beglückende Gefühl, im Konzert auch etwas dem Publikum geben zu können", sagt Eberhard Lorenz. Am 23. April laden die Sänger und Sängerinnen das Publikum nun zu einem Konzert aus besonderem Anlass ein. Denn dann feiert sie in der Max-Taut-Aula das 65-jährige Bestehen. Unter der Leitung von Heiko Jerke wird der Chor die Bandbreite seines anspruchsvollen Repertoires präsentieren: Dazu gehören traditionelle Volkslieder, Gospelsongs und Spirituals, aber auch zeitgenössische Komponisten wie die von Hugo Distler, Klassiker von Antonin Dvorak und Daniel Friderici. Zum Geburtstag gratuliert an diesem Abend mit einem Ständchen auch der Clara Schumann-Kinder- und Jugendchor – dieser gehört zu den Spitzenchören in Berlin.

Das Jubiläumskonzert findet am 23. April um 16 Uhr in der Max-Taut-Aula in der Fischerstraße 36 statt. Der Eintritt kostet 10 Euro. Karten können unter  241 45 54 reserviert werden. Und es werden weitere Mitglieder gesucht. Informationen hierzu und noch mehr Konzerttermine gibt es unter www.gemischter-chor-ernst-moritz-arndt-e-v-berlin.de. KW
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