Außer Spesen nichts gewesen

Schöneberg.Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Grüne) hat den Baustopp des Schönberger Schleife genannten Grünzugs im „Wannseebahngraben“ bestätigt.

Wie berichtet hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit Schreiben vom 26. Oktober die Projektfreigabe zurückgenommen. „Begründet wird dies mit der früher als bisher erwarteten Realisierung der S 21 und der Potsdamer Stammbahn“, so die Stadträtin in der Beantwortung einer Großen Anfrage der CDU in der BVV.

„Wir reden von einem Zeitraum von bis zu 25 Jahren“, entgegnet der grüne Verordnete Ralf Kühne. Verbunden mit dem Baustopp ist laut Klotz der Auftrag an den Bezirk, eine Wegealternative zu prüfen. Sie soll in eine veränderte Planung einfließen. „Jetzt gibt es doch Alternativen“, wundert sich der CDU-Verordnete Matthias Steuckardt. Und der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Christdemokraten, Peter Rimmler, fordert, bei der Ausarbeitung von Alternativrouten die Anwohner einzubinden, „damit es hinterher keine endlose Diskussionen gibt“. „Es gibt keine Alternativrouten“, meint Ulrich Hauschild von den Grünen. Die Radfahrer etwa über den Crellemarkt zu führen wäre eine „Katastrophe“. Er will eine abgespeckte Trasse im Wannseebahngraben.

Für Martin Schlegel, Verkehrsexperte beim BUND, ist der Wiederaufbau der Stammbahn wichtiger als der Fahrradschnellweg. „Der BUND stuft dieses Projekt für den neuen Brandenburger Nahverkehrsplan als vordringlich ein. Deshalb ist eine vorübergehende Nutzung der Trasse für einen Radweg nicht sinnvoll.“ Die Erfahrung lehre zudem, dass Provisorien nicht einfach wieder beseitigt werden könnten, wenn sie erst einmal angenommen worden seien. „Zudem ist der zu erwartende Preis nicht gerechtfertigt.“ Für den Teilabschnitt der sogenannten Schöneberger Schleife fordert der BUND, „eine andere, dafür aber dauerhafte Lösung“ zu finden.

Für den jetzt gekippten Abschnitt der Schöneberger Schleife hat der Bezirk 2013 und 2014 für Gutachten, Vermessung, Öffentlichkeitsarbeit und Aufträge an Landschaftsarchitekten rund 120 000 Euro ausgegeben. Bis Ende 2015 kommen noch einmal zirka 86 000 Euro hinzu. KEN
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