Krach um Trainingszeiten: FC Internationale protestiert

Schöneberg. Mit einem Triller- und Pfeifkonzert hat der Fußballverein FC Internationale kürzlich vor dem Rathaus Schöneberg gegen die Streichung von Trainingszeiten protestiert.

Der „große Schlüsselvertrag“ für die Sportanlage in der Eisackstraße sei Inter überraschend gekündigt worden, seine Flüchtlingsprojekte seien in Gefahr, so der Vorstand. Vize Gerd Thomas spricht von einer „sportpolitischen Bankrotterklärung“. Sportstadtrat Oliver Schworck (SPD) hält dagegen, die Vertragskündigung sei fristgerecht zum Jahresende erfolgt.

Elisabeth Korte-Hirschfeld, Vorsitzende des Bezirkssportbunds, ist über den Protest des FC Internationale verärgert. Hier würde auf Pfründen bestanden. Die Belange der anderen Vereine seien Inter egal. Immerhin habe Inter noch zwei weitere Schlüsselverträge, für die Sportanlagen am Tempelhofer Weg und am Südkreuz, merkt sie an. „Wir verteilen seit Jahren nur den Mangel“, sagt Korte-Hirschfeld; nach den Worten Oliver Schworcks ist das „eine Kunst“.

Was die Demonstration vor dem Rathaus offenbart: Es gibt zu wenige Hallen und Plätze für den organisierten Sport. 2030 werde die Unterversorgung mit Sportstätten im Bezirk bei mehr als 30 Prozent liegen, weiß Christian Wille, Vorsitzender des TSC Friedenau.

Senat ist gefordert

Der Verein ist Nutznießer der neuen Trainingszeitregelung, die den Unmut bei Inter ausgelöst hat. Die Friedenauer konnten auf den Sportplätzen an der Offenbacher und der Wiesbadener Straße nur eingeschränkt trainieren. Anwohner hatten sich beschwert. Christian Wille appelliert an die sportliche Solidarität, um das Geringe gerecht zu verteilen. Die Sportstättensituation werde sich noch verschärfen, prophezeit etwa Hans Beuthin vom 1. FC Schöneberg. „In Schöneberg wird viel gebaut. Familien mit Kindern ziehen her. Die wollen Sport treiben“, so der Vereinsvorsitzende.

Der Bezirk spiele beim Sportstättenbau nur eine untergeordnete Rolle, sagt Elisabeth Korte-Hirschfeld. Federführend sei der Senat. Doch der habe in der Vergangenheit bei Infrastrukturplanungen die Sportanlagen gern vergessen. Von der neuen rot-rot-grünen Koalition würde sich Korte-Hirschfeld gern angenehm überraschen lassen. KEN
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