Altbürgermeister Werner Salomon verstarb im Alter von 87 Jahren

Altbürgermeister Werner Salomon (SPD, 1926-2014) verstarb in der Nacht zum 13. Juni. (Foto: Uhde)

Spandau. Werner Salomons Herz schlug voller Liebe für seine Havelstadt. In der Nacht zum 13. Juni hat es nun für immer seinen Dienst versagt. Der sozialdemokratische Altbürgermeister verstarb im Alter von 87 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Am 1. Oktober 1926 als Sohn eines Buchhalters in Charlottenburg geboren, prägte Werner Salomon von 1979 bis 1992 als Bürgermeister sein Spandau. In seiner langen Amtszeit hatte er stets ein offenes Ohr für alle Bewohner des Bezirks. Für Salomon gehörte das einfach zu seinem Verständnis von politischer Arbeit.

Noch im März 2014 schrieb er den Spandauer Sozialdemokraten in seinem Grußwort zur Kreisdelegiertenversammlung: "Menschen, die in die Kommunalpolitik gehen, müssen für ihre Aufgabe brennen, das heißt, sie müssen ihr Leben ganz in den Dienst für ihre Stadt stellen".

Werner Salomon tat dies als überzeugter Sozialdemokrat. In die SPD war er 1960 eingetreten. 1971 ging er als Abgeordneter ins Berliner Parlament. Seine berufliche Tätigkeit als Arbeitsdirektor der Gasag, die er 1973 aufgenommen hatte, hing Salomon an den Nagel, als er 1979 zum Bürgermeister der Havelstadt gewählt wurde. Das Amt, das er bis 1992 bekleidete, war ihm eine Herzensangelegenheit.

Als erster Bürgermeister eines Berliner Bezirks vereinbarte Salomon 1988 die Partnerschaft mit einer Stadt in der DDR, mit dem nicht weit entfernten Nauen. Unvergessen wird sicher auch das gute Verhältnis bleiben, das Werner Salomons zu den bis 1994 in Spandau stationierten Briten pflegte. Maßgeblich war Salomon daran beteiligt, dass Spandau nach der Wende wuchs. Unter seine Regentschaft als Bürgermeister fiel die Rückkehr des nach dem alliierten Gebietstausch 1951 in die DDR eingegliederten Weststaakens.

Für seine verdienstvolle Arbeit für Spandau und weit darüber hinaus wurde Salomon mehrfach ausgezeichnet. So wurde ihm 1985 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Seit 1993 war er Stadtältester von Berlin. Die SPD Spandau machte ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

Auch nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik setzte sich Salomon nicht zur Ruhe. Er leitete ehrenamtlich den Arbeiter-Samariterbund in Nauen, war Vorstand des Spandauer Partnerschaftsvereins und Präsident des 1997 gegründeten 1. FC Spandau. Bei unzähligen Veranstaltungen lauschten die Zuhörer dem Altbürgermeister, wenn er aus dem reichen Fundus seiner jahrzehntlangen Erfahrungen aus der Geschichte Spandaus berichtete.

"Werner Salomon hat sich um Spandau verdient gemacht", heißt es denn auch in einer Erklärung der Spandauer SPD zum Tod ihres Ehrenvorsitzenden. Man verneige sich "in Dankbarkeit und Respekt".

Und Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) sagt, dass "die Havelstadt mit Werner Salomon einen der ganz großen Kämpfer für Spandau und für die soziale Sache" verliere.


Michael Uhde / Ud
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