Betreuungsgarantie gilt in zehn Monaten

Spandau. Im August 2013 kommt die bundesweite Betreuungsgarantie für Kleinkinder. Doch die Zahl der fehlenden Kita-Plätze ist in Spandau immer noch hoch. Vor allem die Gebiete Falkenhagener Feld und Heerstraße Nord sind unterversorgt.

Zehn Monate vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige fehlen in Spandau insgesamt 1547 Plätze. Besonders schwierig ist die Lage in drei Gebieten: im Falkenhagener Feld werden noch 474 Krippenplätze, an der Heerstraße Nord 373 und in der Wilhelmstadt 327 Plätze benötigt. Geht man von den Betriebserlaubnissen aus, so sind in den 130 Kitas im Bezirk noch mindestens 1000 freie Plätze vorhanden. "Doch die sind nicht am Markt", erklärt Klaus Sareika, Regionalleiter für Kindertagesbetreuung im Jugendamt. Grund: Die Kita-Träger haben nicht genügend Personal, um alle Plätze anzubieten. "Hier muss das Land unverzüglich handeln und Erzieher besorgen", fordert Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU). Was die Raumnot betrifft, so ist der Stadtrat optimistisch. Denn im Bezirk wird nicht nur weiter nach geeigneten Gebäuden gesucht. Auch die Träger planen den Neubau von Kitas. Bis Ende dieses Jahres sollen zwei neue Häuser in der Siemensstadt und im Falkenhagener Feld eröffnen. Weitere Neubauten seien geplant, sodass Spandau spätestens bis Ende 2013 den Ist-Stand an Krippenplätzen erreicht habe, kündigt Hanke an. Bedingung ist allerdings, dass die Anträge der freien Träger auf Fördermittel alle positiv beschieden werden. Für den Ausbau von Krippenplätzen schüttet das Land Berlin in diesem Jahr vier Millionen Euro an alle zwölf Bezirke aus, 2013 sollen es 16 Millionen Euro sein. Vorrangig gefördert wird der Platzausbau in sozialen Brennpunkten. Doch hier hat der Bezirk ein Problem. Denn im Falkenhagener Feld oder in der Region Heerstraße Nord ist baulich nur noch wenig umsetzbar. Neubauten in Kladow oder Spandau Mitte würden aber nicht in die oberste Förderkategorie des Landes fallen. "Wir müssen jetzt abwarten, wie der Senat mit unserer Planung umgeht", sagt Gerhard Hanke. Er rechne jedoch fest damit, dass in zwölf Monaten für die weitaus meisten Berechtigten ein Platz zur Verfügung stehe.


Ulrike Kiefert / uk
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