Bezirk will bei der Betreuung von Flüchtlingen besser unterstützt werden

Spandau. Das Bezirksamt hat einen offenen Brief an Mario Czaja (CDU), Senator für Gesundheit und Soziales, verfasst. Die Spandauer wollen bei der Betreuung von Flüchtlingen besser unterstützt werden.

Etwa 1300 Flüchtlinge leben mittlerweile in den vier Erstaufnahmeeinrichtungen in Spandau. In der Motardstraße sind 580 Asylbewerber untergebracht, in den Notunterkünften am Askanierring, an der Staakener Straße und am Waldschluchtpfad in Hohengatow gibt es insgesamt 710 Plätze. "Damit werden in Spandau 20 Prozent aller Flüchtlinge in Berlin betreut", so Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) vor Kurzem im Bildungsausschuss. Was an sich kein Problem sei. Jedoch habe der Bezirk ausschließlich Erstaufnahmeeinrichtungen und damit deutlich mehr Verantwortung. Dolmetscher werden gebraucht, Berlin-Pässe müssen beantragt, Kinder erstbeschult und ärztlich untersucht werden. Doch für die sogenannten Willkommensklassen haben viele Spandauer Schulen zu wenig Räume. "Auch an Lehrern fehlt es", bestätigte Ute Lehmann, Leiterin der Spandauer Außenstelle der Senatsbildungsverwaltung (Schulaufsicht).

Ein weiteres Problem ist der Mangel an Dolmetschern, vor allem für Rumänisch, Serbisch und Kroatisch. Sprachmittler werden vor allem für die Flüchtlingskinder gebraucht, die zur Schuleingangsuntersuchung ins Landesgesundheitsamt nach Lichtenberg müssen. "Da wäre es sinnvoll, wenn jemand dabei ist, der ihre Sprache spricht", so Ute Lehmann. Auch der Antrag für den Berlin-Pass, mit dem die Kinder umsonst mit Bus oder Bahn zur Schule fahren können, dauert seine Zeit.

Mit dem offenen Brief an Sozialsenator Mario Czaja, in dem die Probleme angesprochen, werden, hofft das Bezirksamt nun auf mehr Unterstützung. "Wir brauchen kurzfristige Lösungen", sagte Stadtrat Gerhard Hanke. Das Landesamt für Soziales und Gesundheit (Lageso) müsse hier schnell handeln. Das Lageso ist in Berlin für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig und als Behörde in der Senatsverwaltung für Soziales angesiedelt.


Ulrike Kiefert / uk
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