In der Schulküche wird gekocht, eine Mensa fehlt aber

In Begleitung von Schulleiterin Sigrid Fleischer-Kuhnle (r.) probiert Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) die Eigenkreation der Schüler. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Auf seiner Bildungstour stoppte Helmut Kleebank (SPD) am Mittwoch, 6. November, an der Schule am Grüngürtel. Dort gibt es zwei Schulmodelle unter einem Dach. Die Nachfrage ist groß, doch es fehlt an Klassenräumen.

In der Küche der Schule herrscht helle Aufregung. Der Bürgermeister ist zu Besuch und die Kinder wollen zeigen, was sie gezaubert haben. Hühnchen und Chinapfanne brutzeln überm Feuer. Helmut Kleebank bekommt einen Löffel in die Hand gedrückt und muss probieren. "So isst die Welt" heißt das Projekt, in dem die Viertklässler eine Woche lang internationale Gerichte kochen, mit den Lebensbedingungen auf den Kontinenten vertraut werden, Versorgungsprobleme und soziale Ungerechtigkeiten thematisieren. Nach der Stippvisite in der Schulküche führte Schulleiterin Sigrid Fleischer-Kuhnle den Bürgermeister dann weiter durchs Haus. Kleebank lernte dabei eine sehr lebendige und engagierte Schule kennen. 45 Lehrer und Erzieher sowie Sozialarbeiter und Schulhelfer sorgen für eine familiäre Atmosphäre, in der sich die 230 Schüler gut aufgehoben fühlen. In den kleinen Klassen werden Schüler mit sehr unterschiedlichen Lernfähigkeiten unterrichtet: manche von ihnen gelten als hochbegabt, manche sind geistig behindert. Die Kooperationsschule vereint zwei Schulmodelle, die Grundschule und die Sekundarstufe mit dem Förderschwerpunkt "Lernen". Die Schulstation "Oase" - Träger ist das Evangelische Johannesstift - hilft bei Konflikten in der Schule oder im Elternhaus weiter. Damit der Übergang von der Schule in den Beruf besser klappt, gibt es den "Treffpunkt: Team-Schule-Beruf" für Schüler ab Klasse 7. Auch drei Schülerfirmen wurden in Kooperation mit Unternehmen gegründet: Gebäudereinigung, Textilverarbeitung und Cafeteria. So schnuppern die Schüler in Berufe, in denen sie später reelle Chancen haben.

Sigrid Fleischer-Kuhnle sprach aber auch Probleme an, schließlich hat sie den Bürgermeister nicht jeden Tag im Haus. Weil die Schule, die keinen festen Einzugsbereich hat, stark nachgefragt ist, fehlen Unterrichtsräume. "Viele Eltern schicken unsere Schüler lieber zu uns, als auf eine große, anonyme ISS", erklärte die Schulleiterin die hohe Anmeldezahl. Auch habe die Schule immer noch keine Mensa. Es gibt auf dem Gelände seit 2008 zwar einen Neubau für den offenen Ganztagsbetrieb, dessen Träger FIPP e.V. ist. Doch dort essen nur die Hortkinder. "Alle anderen Schüler bekommen kein warmes Mittagessen", so Fleischer-Kuhnle. Den Neubau nutzt auch die benachbarte Birken-Grundschule mit. Bürgermeister Helmut Kleebank zog nach dem Schulbesuch sein Fazit: "Er hat mir zum einen aufgezeigt, dass die kollegiale Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen untereinander Hand in Hand erfolgen kann. Zum anderen wäre es für den Schulstandort wünschenswert, eine zeitnahe Lösung für den Platzmangel und für die fehlende Mensa der Oberschule zu finden." Einfach werde das allerdings nicht.


Ulrike Kiefert / uk
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