Keine Idee zur Entschärfung des Unfallschwerpunkts

Fußgänger, die die Seegefelder Straße am Bahnhof neben der Ampel kreuzen, bringen sich selbst in Gefahr. (Foto: Uhde)

Spandau. Erneut sind im Verkehrsausschuss am 18. Februar mögliche Änderungen der Verkehrssituation an der Seegefelder Straße vor dem Fernbahnhof Spandau diskutiert worden. Das Ergebnis lässt sich allerdings kurz zusammenfassen: Alles bleibt erst einmal wie es ist.

Das Problem an der Seegefelder Straße hatte Tiefbauamtsleiter Michael Spiza den Verordneten in der Novembersitzung des Ausschusses geschildert. "In diesem Bereich kommt es immer wieder zu teils folgenschweren Unfällen, weil hier Fußgänger vom Fernbahnhof kommend auf dem Weg zur Bushaltestelle die Straße nicht an der Ampel überqueren, sondern westlich davon."

Um diese Situation zu entschärfen, hatte die Unfallkommission des Landes mehrere Lösungsvorschläge erarbeitet. Diskutabel war den Verordneten nur eine Alternative erschienen: Um Fußgänger am direkten Überqueren der Seegefelder Straße zu hindern, sollte der nördliche Radweg der Seegefelder Straße als Angebotsstreifen auf die Fahrbahn verlegt werden. Auf der Straßenmitte sollte eine Mittelinsel mit einem 1,60 Meter hohen Zaun gebaut werden. So sollten Fußgänger am Überqueren der Straße gehindert und zur Nutzung des Ampelübergangs gezwungen werden (wir berichteten).

Diese und weitere Möglichkeiten hatten die Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nun diskutiert. Fazit für die SPD-Fraktion zog die Verordnete Gaby Schiller: "Alle Vorschläge der Unfallkommission sind schlechter als das Bisherige." Daher habe die SPD entschieden, dass die Situation so bleiben solle wie bislang. "Wie es jetzt ist, geht es zwar nicht. Doch statt sich nur um diese eine Stelle zu kümmern, muss ein Gesamtkonzept für den gesamten Bereich der Seegefelder Straße entwickelt werden", forderte Franz Josef Beyer von der Grünen Alternativen Liste (GAL). Auch die CDU-Fraktion hielt alle derzeit vorliegenden Vorschläge für nicht diskutabel.

Eigene Vorschläge zur Entschärfung des Unfallschwerpunkts machte der Ausschuss allerdings auch nicht. "Ich werde der Unfallkommission melden, dass der Ausschuss deren Vorschläge für nicht akzeptabel hält und auch keine Alternative vorschlagen kann", sagte Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Er werde seine Stellungnahme aber auch mit der Forderung nach einem großräumigen Verkehrskonzept für den Bereich verbinden.


Michael Uhde / Ud
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