Neues Konzept für den Bereich Lindenufer vorgestellt

Spandau. Überzeugt vom neuen Parkkonzept für den Bereich Lindenufer waren bei einer Infoveranstaltung am 18. März nur Vertreter des Bezirksamts. Aus den Reihen der rund 20 anwesenden Geschäftsleute, Anwohner und Altstadtkunden hagelte es dagegen durchgehend Kritik.

Hauptpunkt war die massive Verminderung der Parkplätze. So soll der Parkplatz am Lindenufer künftig nur noch 41 statt bislang 95 Stellplätze bieten. Zudem entfällt durch die Kappung der bisher durchgehenden Straße Lindenufer in Höhe der Kammerstraße eine noch nicht genau errechnete Zahl von Parkplätzen am Straßenrand. "Der Parkplatz am Lindenufer soll künftig von der Hertefeldstraße her erschlossen werden und gleichzeitig als Wendefläche dienen", sagte Tiefbauamtsleiter Michael Spiza. Dafür entfalle die Schranke zum Parkplatz, die Plätze würden in das System der Parkraum-Bewirtschaftung durch Automaten eingebunden und auch für Fahrzeuge mit Anwohner-Parkvignette zur Verfügung stehen. Der Rest des jetzigen Parkplatzes werde für Grünanlagen und Aktionsflächen verwendet.

"Ich befürchte, dass dadurch die verbleibenden Parkplätze zunehmend durch Dauerparker belegt werden", gab Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer von "Partner für Spandau", zu bedenken. Damit sehe er die Gefahr, dass Kunden aus der Altstadt in Richtung Spandau Arcaden abwanderten. Auch Heike Rödiger, Chefin des "Café Fester" am Markt, hielt "die Streichung von Parkplätzen für nicht wirtschaftsfördernd". Schon im Interesse älterer Kunden wünsche sie sich den Erhalt von möglichst vielen Parkplätzen. Nach Ansicht von Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau, müsse berücksichtigt werden, dass zahlreiche Patienten in die Altstadt kämen, um hier eine der vielen Arztpraxen zu besuchen. "Für sie muss man Alternativen zu den entfallenden Parkplätzen schaffen", forderte sie.

Tiefbauamtsleiter Spiza sah angesichts von rund 3000 Parkplätzen, die in Altstadtnähe zur Verfügung stünden, den Wegfall einiger weniger Stellplätze als unerheblich an. "Ich halte es für sehr gefährlich, bei dieser Zahl auch die vielen Plätze im Parkhaus der Spandau Arcaden mitzuzählen", warnte Dettmann. Die seien nahezu einen Kilometer von der Altstadt entfernt und würden keineswegs helfen, die Kunden in der Altstadt zu halten.


Michael Uhde / Ud
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