Roter Granit soll Messingplatten ersetzen

In diesem Zustand befand sich das Mahnmal Ende Dezember kurz nach dem Diebstahl eines Großteils der Messingplatten. (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Spandau)

Spandau. Bis mindestens zum Ende des Winters wird das Mahnmal am Lindenufer wohl in seinem jetzigen Zustand bleiben. Es wurde durch einen Diebstahl Ende Dezember geschändet.

Wie berichtet, stahlen Unbekannte in zwei Nächten um den 22. Dezember rund zwei Drittel der zwölf Messingplatten, die als Bodenplatten rund um das Mahnmal für die zerstörte Synagoge und die Spandauer Opfer der Shoah verlegt waren. Die verbliebenen Platten stellte das Grünflächenamt des Bezirks dann sicher. Die für die Ermittlungen zuständige Abteilung Staatsschutz beim Landeskriminalamt geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Buntmetall-Diebe handelte.

Kurz nach Weihnachten erörterten bei einem Ortstermin am Mahnmal Mitarbeiter des Bezirksamts, der Architekt Kay Zareh und Mitarbeiter einer Fachfirma die Möglichkeiten der Wiederherstellung. Als eine Alternative wurden dabei neue Bodenplatten aus rotem Granit in Betracht gezogen. Die können allerdings erst im Frühjahr nach Ende der Frostperiode verlegt werden. So bleibt die "Wunde" am Mahnmal vorerst offen.

Die Gestaltung der Bodenplatte hat ihre besondere Bedeutung. "Die Skulptur steht auf einer quadratischen Messingplatte, die jeweils in zwölf Einheiten aufgeteilt ist", so der Architekt des Mahnmals, Kay Zareh. Er habe damit den Zeitfaktor von 1933 bis 1945 einflechten wollen.


Michael Uhde / Ud
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