Spandaus Bestattungsorte stecken in der Finanzklemme

Spandau. Die Friedhöfe bleiben auch in den nächsten zwei Jahren das Stiefkind der Bezirkspolitik. Weil das Geld fehlt, können Wege nicht saniert und auch keine alternativen Bestattungsarten angeboten werden.

Die Friedhöfe "In den Kisseln", in Staaken und der Landschaftsfriedhof Gatow können auch 2014 und 2015 nur notdürftig gepflegt werden. Weil das Budget zu knapp ist, sind mehr als provisorische Wegereparaturen und Maßnahmen zur Verkehrssicherheitspflicht nicht drin. Schon lange ausstehende Bestattungsangebote wie Kolumbarien als Grabstätten für mehrere Urnen oder Wald- und Baumbeerdigungen wird es nicht geben. Dabei seien hierfür alle rechtlichen und planerischen Grundlagen erfüllt, informiert der zuständige Stadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Auch das vor einem Jahr für die Friedhöfe erstellte Konzept zur Wegeinstandsetzung sei unter diesen Bedingungen nicht umsetzbar. Mit der sinkenden Attraktivität der Friedhöfe aber gehen womöglich die Zahl der Bestattungen und damit die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren für den Bezirk zurück, warnt Röding. Höhere Gebühren müssen die Spandauer jedoch nicht befürchten. Denn die seien in Berlin über die Friedhofsgebührenordnung festgelegt, so der Stadtrat.

Ein weiteres Problem ist der vom Senat verordnete Personalabbau im Bezirksamt. So verliert der Friedhofsbereich bis 2015 vier Mitarbeiter. Der Stadtrat schließt darum eine Fremdvergabe der Schnee- und Eisbeseitigung auf den Friedhofswegen nicht aus. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 50 000 Euro jährlich. Seine Friedhofspflege fährt der Bezirk seit Jahren auf Sparflamme. Im vorigen Jahr lag das Budget bei 420 000 Euro, davon flossen allein 164 000 Euro in die Grünpflege und 100 000 Euro in die Kompostierung des Abfallgrüns. Mit dem verabschiedeten Doppelhaushalt 2014/15 hat sich der Etat für die Unterhaltung der Friedhofsanlagen pro Jahr noch mal auf 370 000 Euro reduziert. Die Kürzungen über insgesamt 200 000 Euro hatte die rot-grüne Zählgemeinschaft in der BVV durchgesetzt, um weitere Schulden abzubauen.


Ulrike Kiefert / uk
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