Sporthallen bleiben weiter Notunterkünfte

Steglitz. Zwei Turnhallen im Kiez zwischen Albrecht- und Bergstraße dienen seit Ende vergangenen Jahres als Flüchtlingsunterkünfte Auf einer Einwohnerversammlung beschrieben Anwohner, Sportvereine und Schulen, wie sie mit der neuen Situation umgehen.

Die Anwohner leben mit den neuen Nachbarn. Viele von ihnen haben sich gleich zu Beginn für die geflüchteten Menschen ehrenamtlich engagiert. Auch bei den Sportvereinen und der Helene-Lange-Schule, die ihre Sporthallen derzeit nicht nutzen können, ist die Akzeptanz trotz massiver Einschränkungen groß. Sie arrangieren sich mit der schwierigen Situation und stellen sich der Herausforderung mit Kreativität und Hilfsbereitschaft. Das wurde auch auf der Info-Veranstaltung deutlich. Sie zeigte: Nicht überall kippt die Stimmung und wird gegen die Flüchtlinge gehetzt.

Dennoch war die dringenste Frage, wie lange die Sporthallen noch als Flüchtlingsunterkünfte benötigt würden? Staatssekretär Dieter Glietsch (68) stellte den Anwohnern in Aussicht, dass Mitte dieses Jahres mit dem „Freiziehen“ der Hallen begonnen werden könne. Der frühere Berliner Polizeipräsident leitet seit September den Koordinierungsstab für die Flüchtlingspolitik. Der 68-Jährige denkt, dass bis dahin alternative Unterbringungen gefunden sind. Bürgermeister Norbert Kopp teilt den Optimusmus des Staatssekretärs hinsichtlich des Termins nicht: „Wir sollten uns darauf einstellen, dass die Hallen erst Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres wieder frei werden.“

Kopp teilte auf der Versammlung mit, das derzeit drei Standorte für mobile Flüchtlingsunterkünfte vorgesehen sind: an der Bäkestraße 3-4, am Edenkobener Weg und in Heckeshorn. Im ehemaligen Bettenhaus der Lungenklinik soll aus der jetzigen Notunterkunft für 210 Menschen, eine Gemeinschaftsunterkunft für 300 Asylsuchende werden. Außerdem sollen die maroden Gebäude abgerissen und zwei Modulbauten mit 800 bis 1000 Plätzen errichtet werden. Zwei noch gut erhaltene Häuser werden zu Gemeinschaftsunterkünften mit jeweils 150 Plätzen hergerichtet. Insgesamt können bis zu rund 1700 Geflüchtete leben. KM
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