Café mit Schönheitsfehlern

Ursula und Peter Ohk genießen ihr sonniges Frühstück trotz Schmutz auf der teilweise kaputten Terrasse. (Foto: K. Menge)
Berlin: Schlosscafé |

Steglitz. Peter Ohk sitzt im Sommer gern auf der Terrasse vor dem Café in der Rotunde in der Schloßstraße, um einen Kaffee zu trinken. „Es gibt keinen besseren Platz!“, sagt er. Das Vergnügen könnte perfekt sein, wäre da nicht das Café und die Terrasse.

Es ist früh um neun Uhr und herrlichstes Spätsommerwetter. Auf der Schloßstraße tobt der morgendliche Berufsverkehr, die Sirenen eines Rettungswagens heulen, Autofahrer hupen genervt. Ein ruhiges Plätzchen ist das nicht an der Kreuzung Schloß-, Grunewald- und Albrechtstraße. Aber ein überaus sonniges. „Hier scheint bis zum Mittag die Sonne. Das finden Sie in der ganzen Schloßstraße nicht“, erklärt der Ruheständler die Vorzüge dieses Platzes.

Doch damit sind die Pluspunkte auch schon fast erschöpft. Denn bei seinem morgendlichen Kaffeevergnügen in der Sonne stört Ohk etwas gewaltig: dreckige Tische, Schmutz in den Ecken, Vogeldreck, Unkraut und kaputte Platten auf der Terrasse. Daran ändert auch das nette und fleißige Personal und das gute und preiswerte Angebot nichts.

„Das ist zum Teil richtig eklig. Die Kunstsofftische sind vermutlich seit Jahren nicht mehr richtig geputzt worden“, ärgert sich Ohks Frau Ursula, die ihren Mann regelmäßig begleitet. Auch sie findet es schade, dass das Café so verkommt. Warum das so ist, erfuhren die beiden, als sie zum Unternehmen Kontakt aufnahmen: Wegen Personalmangels sähe man keine Möglichkeit, den Schmutz zu beseitigen, so Ohk. Dabei würde eine gründliche Komplettreinigung schon viel bewirken und das Café als auch die Atmosphäre hier aufwerten, findet Ohk. Er ärgert sich über die Einstellung der Unternehmensführung. „Ich habe den Eindruck, dass denen das Erscheinungsbild des Cafés egal ist.“

Auf eine Anfrage der Berliner Woche reagiert die Unternehmensleitung, die in Pasewalk ihren Sitz hat, nicht. Sie lässt eine Mitarbeiterin mitteilen, dass Geschäftsführer Dieter Möller kein Interesse habe, sich öffentlich zu den Vorwürfen zu äußern.

„Ich will ja gar nichts Böses“, sagt Ohk. Aber er möchte, dass sich etwas ändert und er seinen Lieblingsplatz wieder in jeder Beziehung genießen kann. „Es gibt einige Beispiele in der Schloßstraße, wo Geschäftsinhaber ihren Außenbereich ansprechend gestaltet haben“, erklärt er. Mit Blumen, Pflanzen und Sauberkeit bekäme auch ein Café an einer belebten Hauptverkehrsstraße mehr Aufenthaltsqualität. KM
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