Charité entwickelt Klinikum zum Geriatrie-Zentrum

Das Universitätsklinikum Benjamin Franklin wird umgestaltet. Zukünftig wird es hier den Schwerpunkt Altersmedizin geben. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Das Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF) soll zum Standort für Medizin der zweiten Lebenshälfte entwickelt werden.

Die Charité hat in Berlin drei Universitätskliniken. Für jeden Standort wurde ein eigenes Schwerpunktkonzept erarbeitet. Am Steglitzer Klinikum hätte man sich für den Schwerpunkt Geriatrie entschieden. "Das erschien uns für schlüssig, weil jeder zweite Einwohner von Steglitz-Zehlendorf über 50 Jahre alt ist", erklärte der ärztliche Direktor des Klinik-Standortes, Professor Dr. Ulrich Frei, kürzlich bei der Vorstellung des Konzepts im Gesundheitsausschuss.

Am Uniklinikum Benjamin Franklin werden sich zukünftig vor allem Fachrichtungen wie Orthopädie, Unfallchirurgie, Chirurgie mit Schwerpunkt Tumore im Darmtrakt sowie Gefäßchirurgie, Diabetologie und Dermatologie befinden. Zudem sei die Entwicklung eines Gefäßzentrums mit dem Schwerpunkt Durchblutungsstörungen in den Beinen und Gefäßerkrankungen der Halsschlagader in Planung. Auch soll die Psychiatrie vom Standort Charlottenburg nach Steglitz verlegt werden. "Die Finanzierung steht. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen und sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein", informierte Frei.

Um politische Unterstützung bat der ärztliche Direktor bezüglich der Bettenzahl. "Wir brauchen mehr geriatrische Betten", sagt Frei. Dabei gehe es um die Genehmigung, vorhandene Betten für die Geriatrie umzuwandeln. Gleiches gelte für den Fachbereich Psychiatrie. Um das Angebot auszubauen, seien mehr Betten erforderlich.

Die Befürchtung der Ausschussmitglieder, das Krankenhaus würde mit der Spezialisierung weitere etablierte Bereiche schließen, konnte Frei nur zum Teil ausräumen. "Die HNO- und Augenklinik wird weiter bestehen bleiben. Die Rettungsstelle wird neu organisiert und gestärkt", versicherte Frei. Allerdings werde man die Kinderrettungsstelle schließen müssen. Die Fallzahlen seien zu gering, um ökonomisch arbeiten zu können. Aus diesem Grund hatte man sich auch in 2010 entschieden, die Geburtsklinik am Steglitzer Standort zu schließen. Bei lediglich rund 700 Geburten im Jahr hätte man eine qualifizierte Versorgung nicht mehr gewährleisten können.


Karla Menge / KM
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