Dunant-Grundschule: Essen zwischen Bastelecke und Puppenhaus

Der Hort am Standort Treitschkestraße müsste dringend saniert werden. Die Eltern hoffen auf eine Aufnahme in das Schulsanierungsprogramm. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Die Elternvertreter der Dunant-Grundschule machen sich Sorgen. Im Hort der Schule gibt es viel zu wenig Platz für die zu betreuenden Schüler. Darüber hinaus ist das Hortgebäude in einem sehr schlechten baulichen Zustand.

Insgesamt werden etwa 250 Kinder an den Hort-Standorten Gritzner- und Treitschkestraße betreut. Da die Schule keine Mensa hat, ist die Essensversorgung ziemlich umständlich und gleicht eher einem Dauerprovisorium. Besonders kritisch sehen die Eltern die Unterbringung von 46 Kindern im Nebengebäude des Hortes "Oase" in der Treitschkestraße. Hier nehmen etwa 23 Kinder auf 35 Quadratmetern dicht gedrängt ihr Essen ein - neben Puppenhaus, Lesesofa und Bastelecke. Danach werden schnell die Tische gereinigt, damit hier die Hausaufgaben gemacht werden können. So beschreiben die Eltern die Situation. Insbesondere ist das Gebäude in der Treitschkestraße in einem schlechten Bauzustand. So dringt nach Angaben der Elternvertreter Wasser durch das undichte Dach und ruiniert die Bausubstanz. Vor allem aber entspricht der Sanitärtrakt nicht den Standards der heutigen Hortnutzung. Die Schüler müssten sich mit viel zu kleinen Toiletten und Waschbecken begnügen, weil das Gebäude ursprünglich einmal als Kindergarten konzipiert wurde. Warmes Wasser gibt es nicht.

Die Elternvertreter drängen darauf, dass ein Sachverständiger den Gebäudezustand begutachtet. Dann nämlich könnten Maßnahmen zur Behebung der Mängel festgeschrieben und als Kosten in die Haushaltsplanung einfließen. Somit könnte dann auch die Aufnahme in das Schulsanierungsprogramm forciert werden, so die Hoffnung der Eltern.

Doch aufgrund des hohen Sanierungsstaus, der auch an den bezirklichen Schulen und Sporthallen herrscht, kann eine zeitnahe Behebung der Mängel nicht zugesagt werden. "Von einem Platzmangel sind viele Horte betroffen", sagt Stadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU). Als die Horte an den Schulen eingerichtet wurden, ist entgegen der Expertenmeinung von höchstens 100 Kindern ausgegangen worden. Deshalb platzen die meisten Horte aus allen Nähten. Ein Sonderbauprogramm für Horte, wie es von den Stadträten gefordert wird, lehnt der Berliner Senat ab.

Was die sanitären Anlagen im Hort betrifft, ist zwar eine Sanierung geplant. Doch die Bereitstellung von Mitteln aus der baulichen Unterhaltung muss noch beschlossen werden. Eine Zusage für dieses Jahr kann demnach nicht getroffen werden. "Zusagen können wir aber den Beginn des ersten Bauabschnittes der Sanierung der Sporthalle. Die Mittel sind bewilligt", sagt die Stadträtin.


Karla Menge / KM
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