Schlossparktheater erhält erstmals Geld aus dem Landeshaushalt

Der Steglitz-Zehlendorfer Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) findet Dieter Hallervordens Konzept für das Schlossparktheater überzeugend. (Foto: Kahle)

Steglitz. Dieter Hallervorden hat das Schlossparktheater, Schlossstraße 48, wachgeküsst. Skeptiker werteten sein Engagement als Eintagsfliege. Inzwischen startet er in die vierte Spielzeit.

Vollmundig hatte er beim Start am 1. September 2009 auf Subventionen verzichtet. Jetzt bekommt er sie "unverlangt", wie er betont. "Ich werte das als Anerkennung meiner Arbeit", sagt er. Witze über Berlins obersten Kulturchef, den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würde er sich dennoch nicht verkneifen, sagte er auf Nachfrage.Im Dezember 2008 hatte der Schauspieler und Komiker das heruntergewirtschaftete Schlossparktheater, für zehn Jahre von der Stadt Berlin gemietet. Mit eigenen Geldern baute er das Theater um. Unter Hallervordens Leitung wurden Zuschauerraum, Foyer und Bühnentechnik saniert. "Ich habe rund 1,2 Millionen Euro aus meiner eigenen Tasche investiert und noch einmal weitere 600 000 Euro für den Spielbetrieb der ersten Saison 2010/11 zugeschossen", sagt Hallervorden. "Das war meine Altersvorsorge", fügt er augenzwinkernd hinzu. Im Gegenzug wurde ihm vom Senat für den Zeitraum von fünf Jahren eine Mietkostenbefreiung gewährt.

Der Bürgermeister von Steglitz Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), hat Hallervorden von Anfang an unterstützt. "Sein Konzept, viel Publikum durch unterschiedliche Angebote nach Steglitz zu holen, hat uns überzeugt. Deshalb hat er auch damals den Zuschlag für das Theater bekommen."

Für die Saison 2011/12 und 2012/13 erhielt Hallervorden jeweils Lotto-Mittel in Höhe von 600 000 Euro. Vorsitzender des Lotto-Stiftungsrates ist übrigens Berlins Regierender Bürgermeister und oberster Kulturchef, Klaus Wowereit (SPD). Ab diesem Jahr erhält das Schlossparktheater aus dem Landeshaushalt erstmals 320 000 Euro direkt an Subventionen. Die gleiche Summer fließt im nächsten Jahr noch einmal. "Das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel", erklärt Dieter Hallervorden.

Für Bürgermeister Norbert Kopp ist es "der Einstieg in die Kulturförderung. "Auch wir als Bezirk hatten uns mehr vorgestellt. "Wir werden im Senat daraufhin wirken, dass die Förderung für das Schlossparktheater trotz aller Sparzwänge im nächsten Doppelhaushalt aufgestockt wird."


Michael Kahle / m.k.
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