Schrotträder verursachen Schaden von mehreren Tausend Euro pro Jahr

Dieser Drahtesel steht angekettet schon seit etwa zwei Jahren im Selerweg. (Foto: K. Menge)

Steglitz-Zehlendorf. Immer häufiger tauchen sie an Brückengeländern und öffentlichen Fahrradabstellplätzen auf: die sogenannten Fahrrad-Leichen. Besonders an S- und U-Bahnhöfen rosten sie vor sich hin. Die Entsorgung ist teuer.

Allein in Steglitz-Zehlendorf mussten im vergangenen Jahr über 400 herrenlose Fahrräder entfernt werden. Die Kosten dafür sind beträchtlich. Pro Jahr wird der Haushalt von Steglitz-Zehlendorf mit rund 5000 bis 7000 Euro für die Abholung und die Entsorgung der Fahrrad-Leichen belastet. Die Höhe der Kosten zum Entfernen eines Rades variieren enorm. "Normalerweise werden die Schrotträder von unseren eigenen Leuten abgeholt. Doch auf Grund der Personalsituation müssen wir verstärkt auf Firmen zurückgreifen", erklärt Hartmut Seidel, Mitarbeiter des Tiefbauamtes. Zusätzlich können Kosten für die Verschrottung anfallen, weil die Räder zerlegt und die unterschiedlichen Materialien getrennt werden müssen.

"Die meisten Räder sind vor S- und U-Bahnhöfen an Fahrradbügeln und Verkehrsschildern angeschlossen", sagt Martin Müller-Ettler, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. Abgeholt werden die Räder nur dann, wenn entscheidende Teile wie Sattel oder Lenker fehlen und sie als Schrott identifiziert werden.

Dann werden die Drahtesel drei Monate lang auf einem bezirkseigenen Lagerplatz sichergestellt. Falls doch noch ein Besitzer sein Rad als vermisst meldet. Doch das käme eigentlich nicht vor. "Ich habe noch nie erlebt, dass jemand sein Rad in unserem Lager gesucht hat", sagt Seidel.

Somit werden auch die meisten Fahrräder verschrottet. Die wenigen brauchbaren Räder werden an gemeinnützige Organisationen abgegeben.

Während an den Bahnhöfen regelmäßig kontrolliert wird, rotten einzelne Räder in Wohngebieten oftmals Monate vor sich hin. Wer eine Fahrrad-Leiche in seinem Kiez entdeckt, sollte das der Polizei oder dem Ordnungsamt melden. Eine weitere Möglichkeit ist der Schlaglochmelder im Internetauftritt des Fachbereichs Tiefbau, sagt Martin Müller-Ettler. Der Schlaglochmelder ist auf der Homepage des Bezirsamtes zu finden auf http://asurl.de/37h


Karla Menge / KM
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