SG Steglitz kehrt in die Schwimmhalle Finckensteinallee zurück

Ari Kissel - Leistungsschwimmer der SG Steglitz - bereitet sich wieder in der Heimhalle an der Finckensteinallee auf seine Wettbewerbe vor. (Foto: Nittel)

Steglitz. Wie in einem Taubenschlag drängeln sich Kinder mit ihren Müttern oder Vätern durch den Eingang der Schwimmhalle Finckensteinallee, während die gleiche Menge nach draußen zu drängen versucht. Neuer Trainingsalltag bei der Schwimmgemeinschaft (SG) Steglitz.

Ein wenig abseits beobachtet der erste Vorsitzende Günter Scharioth, das Kommen und Gehen und seufzt zufrieden: "Endlich. Endlich nicht mehr heimatlos."

Bis 2006 war die Schwimmhalle Finckensteinallee die Heim- und Trainingshalle der SG. Mit Beginn der Sommerferien wurde die Halle aufgrund erheblicher Baumängel aus Sicherheitsgründen geschlossen. Nachdem lange Zeit unsicher war, ob sie überhaupt jemals wieder geöffnet werden würde, begann 2010 eine aufwendige Sanierung. Sie kostete laut Berliner Bäderbetriebe rund zwölf Millionen Euro.

Und nun endlich, nach unglaublichen acht Jahren, kann die SG seit Anfang September ihren Trainingsbetrieb wieder in Lichterfelde durchführen. "Wir haben die ganze Zeit für unsere Halle gekämpft, haben Aktionen gestartet, Protestbriefe verfasst, waren auf jeder politischen Veranstaltung, eigentlich immer präsent", sagt Scharioth. "Bei diesen Veranstaltungen haben wir immer einen Button getragen, auf dem nur ein einziges Wort stand: Heimatlos." In insgesamt sechs Schwimmhallen, über ganz Berlin verteilt, musste die SG ausweichen: Das Kindertraining wurde in das Stadtbad Tempelhof verlegt. Die Leistungsschwimmer mussten sogar in die Landsberger Allee nach Lichtenberg umziehen: "Dadurch haben wir natürlich viele Mitglieder verloren", erinnert sich Scharioth nur ungern an diese Zeit: Die Zahl sank von rund 1400 auf nur noch 600.

Doch mit unglaublich viel Engagement und unbändigem Willen haben es die Steglitzer geschafft, auch in diesen acht Jahren eine gesunde Mischung aus Breiten- und Leistungssport anzubieten. Athleten wie der 15-jährige Ari Kissel oder der 18-jährige Max Janulewicz schafften es auch in dieser Zeit, Berliner Jahrgangsmeister zu werden und bei den Deutschen Titelkämpfen eine richtig gute Rolle zu spielen.

Mittelfristig hofft Scharioth, die alten Mitgliederzahlen wieder zu erreichen", wünscht sich Scharioth. Dafür tut der immerhin einzige reine Schwimmverein in Steglitz-Zehlendorf einiges. Er hat eine breite Palette an Schwimmmöglichkeiten für die ganze Familie im Angebot: von der Schwimmausbildungüber den Breiten- und Leistungssport für Jung und Alt sowie Aquafitness und Wasserball.

Nähere Informationen zur SG und den Angeboten auf www.sg-steglitz.de

Michael Nittel / min
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