Rattenplage in Großsiedlung: Politiker fordert bauliche Veränderungen

Eine Rattenplage beunruhigt zurzeit Anwohner von Tegel-Süd.

Der Mieterbeirat Tegel-Süd hat sich mittlerweile im Namen der Mieterschaft wegen des Problems an den CDU-Bezirksverordneten Felix Schönebeck gewandt, der auch Mitglied im Gesundheitsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung ist. Inzwischen gab es dazu auch ein Treffen des Mieterbeirats mit Vertretern der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag.

Für Felix Schönebeck ist das Ergebnis für die Anwohner äußerst ernüchternd. Die Gewobag-Verantwortlichen vertraten laut Schönebeck bei dem Begehungstermin die Auffassung, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen gegen den Rattenbefall ausreichend seien. Auf eine Anfrage der Berliner Woche reagierte die Gewobag bis Redaktionsschluss nicht.

Betonfundamente an Müllanlagen als Lösung?

Die Gewobag stellte laut Schönebeck bei dem Treffen in Aussicht, dass man nun prüfen werde, welche Bereiche der Grünanlagen in der Siedlung tatsächlich starken Rattenbefall aufweisen und ob in der Folge möglicherweise bauliche Maßnahmen in Betracht kommen. In welchem Zeitraum die Realisierung liegen könnte ließ die Gewobag offen. Eine mögliche Lösung sei die Errichtung von Stahlbetonfundamenten im Bereich der Müllanlagen. Mieter berichten, dass es dort zahlreiche Löcher und Tunnel gebe, die sich die Ratten geschaffen hätten, und die der Vermehrung der Tiere zu Gute käme. 

Schönebeck von Gewobag enttäuscht

Schönebeck ist entsetzt über die Haltung der Gewobag: "Ich erwarte von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft deutlich mehr Engagement für die Mieter. Die Ratten stellen in der Masse eine große Gesundheitsgefahr für die Anwohner dar. Auf dem Areal befinden sich eine Schule, Kindergärten und Spielplätze."

Mieter berichteten, dass Ratten über die Kanalisation sogar schon in Wohnungen vorgedrungen seien. In diesen Fällen hätte die Gewobag jedoch sehr schnell mit der Schädlingsbekämpfung eingegriffen. 

Ratten können mehr als 120 gefährliche Krankheiten wie Tuberkulose, Tollwut und Gelbsucht übertragen. Ohne Eingriff von außen vermehren sich die Tiere rasant. Ein Weibchen gebärt im Jahr rund 50 Jungtiere. „Eine tickende Zeitbombe“, mahnt Schönebeck. Der Politiker will das Thema im Rathaus zur Sprache bringen.
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