Freie Flächen und Bahngelände werden genutzt

Tempelhof-Schöneberg. Berlin braucht neue Wohnungen, weil immer mehr Menschen aus dem Bundesgebiet in die Hauptstadt ziehen. Diese Entwicklung macht auch um den Bezirk keinen Bogen.

Nachdem das Tempelhofer Feld für den Wohnungsbau nicht mehr zur Verfügung steht, müssen andere Baufelder gefunden werden. "Der Bezirk gehört nicht zu den Bereichen mit starkem Wohnungsbau", erklärte der Leiter der Stadtentwicklung, Siegmund Kroll. Er sieht vor allem in den Siedlungsgebieten mit den vielen Einfamilienhäusern große Potenziale. Dort hat es in den vergangenen Jahren schon eine erheblich Verdichtung gegeben. Es wurden immer Bauanträge in der zweite Reihe genehmigt. Darüber hinaus gab es in den vergangenen 15 Jahren viele Bauanträge, um in den Gründerzeithäusern in Schöneberg und Tempelhof die Dachgeschosse auszubauen. "Wir haben demografische Untersuchungen gemacht", erklärte Kroll, "und dabei eine Überalterung der Bevölkerung festgestellt." Abhilfe kann nur der Neubau bringen. So hat das Bezirksamt schon vor zwei Jahren nach freien Flächen gesucht und sie vor allem auf ehemaligen Bahnflächen und Lagerflächen gefunden. Das sind in Schöneberg an der Yorkstraße bis zur Bezirksgrenze, entlang der Bautzener Straße und der ehemalige Güterbahnhof Wilmersdorf. Allein auf dem alten Güterbahnhof können 800 bis 1000 Wohnungen entstehen. Dort sind auch Grünflächen, Schule und Kita geplant. An der Bautzener Straße ist Platz für rund 300 Wohnungen. Das Planverfahren ist eingeleitet, es gab die erste Bürgerbeteiligung.

Auch am Columbiadamm, in der Monumentstraße und in der Dudenstraße stehen frei Flächen zur Verfügung. In der Friesenstraße sind bereits 250 Wohnungen fertig. Zwei Häuser sind noch im Bau. Am ehemaligen Lokdepot entstehen rund 250 Wohnungen, die teilweise schon im Bau sind. Ein hohes Haus ist bereits fertig und gut sichtbar. Die Häuser sollen sich an den Stil des alten Eisenbahngeländes mit den roten Backsteinziegeln anlehnen. In Mariendorf gibt es zwei Projekte. An der Britzer Straße gab es einmal die Gärtnerei Schlösser, das Gelände wurde verkauft, nun sollen dort "Hugos Gärten" gebaut werden. Das Projekt wurde bereits in Ausschusssitzungen vorgestellt. Für die Stadtentwicklung ist das ein sehr interessantes Vorhaben, denn die eiszeitlichen Seen sollen in den Wohnpark mit einbezogen werden. Mit einem Baubeginn rechnet Kroll im Jahr 2017. Bei einem weiteren Projekt an der Eisenacher Straße gibt es erste Ideen, in der Nähe des Friedhofs Wohnungen zu bauen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Auch an der Nuthestraße in Lichtenrade sieht Kroll eine weitere Fläche für den Wohnungsbau. Dort aber vorrangig für Siedlungshäuser. Ein weiteres Baufeld liegt an der Lindenhofsiedlung in Tempelhof. Dort können 350 Wohnungen gebaut werden. Die Bürgerbeteiligung ist schon gelaufen und Kroll rechnet mit einem Baubeginn für das Jahr 2016.


Klaus Tessmann / KT
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