Bauhaus-Archiv sichert sich wichtiges Erbe

Glückliches Trio: Martin Hoernes (2.v.l.) von der Siemens-Kunsstiftung, Britta Kaiser-Schuster (Mitte) von der Länder-Kulturstiftung und Bauhaus-Archiv-Direktorin Annemarie Jaeggi im Gespräch mit einem Gast. Foto: KEN (Foto: KEN)
Berlin: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung |

Tiergarten. Es war ein Tag der Freude für Annemarie Jaeggi, der Direktorin des Bauhaus-Archivs und Museums für Gestaltung. Ihrem Haus hat sie wichtige Teilnachlässe von Bauhaus-Künstlern gesichert.

Durch den Erwerb von vier bedeutenden Nachlasskonvoluten sind jetzt Hunderte Arbeiten aus dem Unterricht am Bauhaus in Weimar, zentrale Schlüsselwerke der renommierten Bauhäusler Benita Koch-Otte (1892-1976), Gertrud Arndt (1903-2004) und Alfred Arndt (1898-1976) sowie bedeutende Zeitdokumente und Fotografien aus dem Besitz der Bauhaus-Lehrerin Gunta Stölzl (1897-1983) fester Bestandteil der Sammlung geworden.

Unter den Ankäufen befinden sich die 32 berühmten Maskenfotos von Gertrud Arndt, der Entwurf Benita Koch-Ottes für den Teppich des Direktorenzimmers von Walter Gropius sowie wegweisende Reklamearbeiten und Architekturpläne von Alfred Arndt.

Bei der Präsentation ausgewählter Stücke dankte Annemarie Jaeggi vor allem der Kulturstiftung der Länder sowie der Wüstenrot Stiftung. Erst die finanzielle Unterstützung hatte die Ankäufe ermöglicht. Darüber hinaus hat die Ernst von Siemens Kunststiftung wertvolle Teilbestände erworben und dem Archiv als Leihgaben unbefristet überlassen.

Man binde vier verschiedene Teilnachlässe zu einem großen Blumenstrauß, sagte Jaeggi. Insgesamt berge das Archiv die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus, teils Geschenke, teils günstige Verkäufe oder Dauerleihgaben der Bauhäusler.

Für die Dauerleihgaben bestand allerdings die Gefahr, dass sie abhanden kommen, bevor der Erweiterungsbau fertig ist. „Die dritte und vierte Generation der Bauhaus-Künstler sind nicht mehr so interessiert an den bedeutenden Exponaten“, drückt es Annemarie Jaeggi diplomatisch aus. Will heißen: Das eine oder andere gute Stück wäre abgezogen worden und in den Kunsthandel geraten.

„Unwiderbringliche Chancen muss man halt nutzen“, kommentierte Britta Kaiser-Schuster von der Länder-Kulturstiftung die Ankäufe. Für diese habe es nur diese eine Chance gegeben. „Wichtige künstlerische Positionen bleiben der Forschung erhalten.“ Darüber hinaus richte sich ein wichtiger Fokus auf die Bauhaus-Frauen.

Für Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, stand nach dem Besuch des Museumsdepots fest: „Das braucht ein Museum. Das muss erhalten bleiben.“ Der Ankauf des Teilnachlasses von Benita Koch-Otte sei „wunderbar gelungen“, so Hoernes. Und weiter: „Es war ein Leichtes zu fördern.“ KEN
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