Riesenevents: Baustadtrat hält die Straße des 17. Juni für ungeeignet

Tiergarten. Seit Monaten streiten sich Senat und Bezirk um einen Zaun um den Tiergarten. "Mit diesem Hickhack gefährden beide die Fanmeile zur Fußballweltmeisterschaft", so zuletzt Maren Jasper-Winter, Bezirkschefin der FDP.

Das Bezirksamt müsse endlich die Idee des festen Zaunes aufgeben, meint die Politikerin. "Der Zaun schützt weder die Bepflanzung noch die Anwohner." Einen solchen aber, 2,40 Meter hoch, 4,2 Kilometer lang und 3,5 Millionen Euro teuer, favorisiert Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) nach wie vor. Er will in Berlin keine Loveparade-Katastrophe wie in Duisburg. Überhaupt stellt der Baustadtrat die Straße des 17. Juni als Veranstaltungsort infrage. "Die Straße, so wie sie heute ist, ist kein Ort für Events." Für besser geeignet hält Carsten Spallek den Zentralen Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm oder das Tempelhofer Feld. Wer auf der Magistrale zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor Veranstaltungen haben wolle, müsse sie entsprechend "ertüchtigen", damit kontrolliert nur eine gewisse Anzahl von Besuchern teilnehmen. Alles laufen zu lassen nach dem Motto "Es ist nichts passiert und es wird nichts passieren", hält Spallek für fahrlässig.

Der Staatssekretär für Stadtentwicklung und Umwelt, Christian Gaebler (SPD), wirbt für einen mobilen Zaun und hat im übrigen zugesichert, dass die Fanmeile stattfindet. Carsten Spallek verweist darauf, dass die Verkehrslenkung Berlin die entscheidende Genehmigungsbehörde sei. Vorher aber hole sie Stellungnahmen unter anderem bei Polizei und Feuerwehr ein. Beide Organe sind für eine fest im Boden verankerte Umzäunung. Laut Spallek ist derzeit ein Zaun im Gespräch, wie er 2007 beim G8-Gipfel in Heiligendamm verwendet wurde: ein 2,50 Meter hoher doppelter Sperrzaun auf Betonsockeln. Der G8-Zaun würde 2,8 Millionen Euro plus jedes Mal 1,2 Millionen Euro für Auf- und Abbau kosten. Für Carsten Spallek zu teuer. Außerdem würden die Betonsockel bislang unkalkulierte Schäden am Boden verursachen.

Und noch eine Sache bleibt ungeklärt: Wer nun am 21. Juni vor dem Brandenburger Tor feiern darf: der Christopher Street Day oder die Fans des runden Leders. An diesem Tag spielt Deutschland gegen Ghana.


Karen Noetzel / KEN
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