Neue Schillerbibliothek eröffnet

Bibliotheksleiterin Corinna Dernbach probiert die neuen Audiosessel in der Leselounge aus. (Foto: Dirk Jericho)
 
Die Künstlerin Angela Mewes hat für das Treppenhaus ein Gedicht geschrieben, das mit 220 Eisenbuchstaben auf der Sichtbetonwand prangt und die Brandwand zum Buch macht. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Schillerbibliothek |

Wedding. Sechs Jahre nach dem Bezirksamtsbeschluss, eine neue Bibliothek neben dem Rathaus Wedding zu bauen, wurde am 10. Juli der moderne Bücherpalast eröffnet.

Noch stehen ein paar Gerüste an der Fassade und hängen ein paar Kabel aus den Wänden. Auch die Außenflächen sind längst nicht fertig. Mindestens ein Jahr noch gibt es einen Zugang nur von der Müllerstraße, bis der Verbindungsweg zur Genter Straße und der Lesegarten zwischen Bibliothek und dem Jobcenter, das im Herbst im früheren Rathausturm eröffnet, fertig sind.

Aber seit dem 10. Juli können die Weddinger in ihre neue Schillerbibliothek. Rund 6,4 Millionen Euro hat der lichtdurchflutete Büchertempel mit großen Fensterflächen, vollverglastem Foyer und einer perforierten Metallfassade gekostet, den das Büro "AV1 Architekten" entworfen und vor die Brandwand gesetzt hat. Die Fachleute aus Kaiserslautern hatten 2011 den Architektenwettbewerb gewonnen.

Mit über fünf Millionen Euro steuert das Bezirksamt den größten Brocken bei, der Rest kommt von der EU und aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“. Die Millionen hat der Bezirk in den alten Sanierungsgebieten in Mitte von den Hauseigentümern für die Wertsteigerung eingenommen und investiert sie im neuen Sanierungsgebiet Müllerstraße.

Über zu wenig Geld für neue Bücher und elektronische Medien wollen Kulturstadträtin Sabine Weißler (Grüne) und ihr Bibliothekschef Stefan Rogge diesmal gar nicht klagen. Beide sind, im Gegensatz zu bisherigen Hinweisen auf sinkende Medienetats, sehr zufrieden. „Allein für die technische Erstausstattung konnten wir über 100 000 Euro ausgeben“, betont Rogge.

Und so ist in der neuen Schillerbibliothek alles auf modernstem Stand. Es gibt 76 Computerarbeitsplätze, freies W-LAN, Smart-Boards für Minikino und Veranstaltungen sowie in den Leselounges Audiomöbel. In den Sonic-Chairs kann man auf iPads entspannt ein Hörbuch genießen oder Filme anschauen. Wie Stefan Rogge sagt, kommen Ende Juli noch die Großbildschirme für Spielekonsolen. Auch die sogenannten Silver-Gamer, wie Rogge computerspielbegeisterte Senioren nennt, sollen an den Wii-Konsolen daddeln.

Die neue Schillerbibliothek ist eine Bücherei für alle Generationen. Es gibt eine Kinder- und Erwachsenenbibliothek und eine Jugendmedienetage dazwischen sowie ein Jugendbistro. „Die Bibliothek ist heute immer mehr ein sozialer Raum“, wie Sabine Weißler betont. Hier treffen sich die Leute zum gemeinsamen Arbeiten oder auch, um zusammen zu spielen.

Die neue Schillerbibliothek ist mit 1800 Quadratmetern Fläche sechs Mal so groß wie die alte. Seit ein paar Jahren war die Bibliothek sehr beengt auf nur 300 Quadratmetern im früheren BVV-Saal vor dem ehemaligen Rathausturm untergebracht. Corinna Dernbach, Chefin der Schillerbibliothek, ist stolz auf ihren neuen Arbeitsplatz und begeistert vom tollen Blick auf den Leopoldplatz, den die Mitarbeiter in der oberen Büroetage haben.

Das 60 Meter lange Gebäude hinter dem Café ist als sogenannte Mittelpunktbibliothek nur der erste Bauteil der zukünftigen Bezirkszentralbibliothek, die einmal 6500 Quadratmeter Fläche haben soll. Wenn irgendwann Geld da sein sollte, werden links und rechts an den viergeschossigen Büchertempel weitere Gebäude angebaut. Der Kneipenpavillon an der Müllerstraße muss dann abgerissen werden. DJ

Die Schillerbibliothek in der Müllerstraße 149, Telefon   901 84 56 83, E-Mail: schiller@stb-mitte.de, hat Montag bis Freitag von 10 bis 19.30 Uhr und Sonnabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
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