GSE kann noch immer nicht ein tragfähiges Konzept fürs Kulturhaus vorlegen

Weißensee. Die Zukunft des Kulturhauses Weißensee ist weiter ungewiss. Bis zum 31. Oktober sollte die gemeinnützige Gesellschaft GSE dem Bezirksamt ein Konzept vorlegen, wie das Kulturhaus in der Berliner Allee 125 künftig genutzt werden soll.

Doch bislang liegt solch ein Konzept nicht vor, berichtet die Stadträtin für Facility Management, Christine Keil (Die Linke), auf Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Das Kulturhaus war vom Bezirksamt 2006 geschlossen worden. Nach einem Interessenbekundungsverfahren zur Übernahme des Gebäudes erhielt die GSE ein Jahr später den Zuschlag. Sie wollte das Haus mit der Berliner Schule für Schauspiel umbauen und sanieren. Letztere hoffte auf Fördermittel. Vor über einem Jahr konnte nach langen, zähen Verhandlungen endlich der Vertrag zwischen GSE und Bezirksamt unterschrieben werden.Allerdings blieben Fördermittel aus. Die Schauspielschule verabschiedete sich deshalb aus dem Projekt. Damit das Kulturhaus aber in absehbarer Zeit wieder für Kunst und Kultur genutzt werden kann, soll die GSE ein neues Nutzungskonzept erarbeiten. So lange ruht der Erbbaurechtsvertrag.

In den zurückliegenden Monaten gab es mehrere Gespräche mit Akteuren der Weißenseer Kulturszene. Dabei wurde bereits eine ganze Reihe von Ideen entwickelt. Für den Saal ist zum Beispiel Theater, Tanz und Kleinkunst im Gespräch. Im Obergeschoss könnte wieder eine Galerie entstehen. Daneben könnten Räume als Ateliers und Künstlerwerkstätten genutzt werden. "Es gibt Interessenten", erklärt Stadträtin Keil. "Das Haus muss aber erst einmal hergerichtet werden." Und hier liegt das Problem. Für die Baumaßnahmen ist ein schlüssiges Finanzierungskonzept zu entwickeln und das nötige Geld aufzutreiben. Nach den Umbauten müssten die Nutzer dann auch verlässlich und über längere Zeit Miete zahlen, damit die Investitionen refinanziert werden können.

Bislang gibt es zum Thema Finanzierung des Hauses aber noch keinen Durchbruch. "Ich hoffe aber, dass wir in den nächsten Wochen ein Stück vorankommen", stellt die Stadträtin klar. Denn sollte es keine Lösung geben, ist auch nicht sicher, ob das Haus je wieder für Kunst und Kultur geöffnet werden kann.


Bernd Wähner / BW
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