Mit der Kälte kommen die Wildtiere wieder

Zehlendorf. Mit der kalten Jahreszeit trauen sich Waldtiere wieder in die Siedlungen. Besonders der Südwesten Berlins ist bei Wildschweinen beliebt. Eine Gefahr sind sie nach Expertenmeinung allerdings nicht.

Neben Wildschweinen verlieren vor allem Füchse im Winter die Scheu vor den Menschen. So werde der Druck auf Wohngebiete zum Jahreswechsel wohl steigen. Doch warnt die Forstverwaltung vor Hysterie: "Insgesamt ist die Situation um die Wildschweine ruhig, obwohl sie immer mal wieder auftreten", sagt Förster Marc Franusch. Wer tatsächlich auf die Tiere treffe, sollte überraschende Bewegungen vermeiden.Der Sprecher der Berliner Forsten sieht besonders die Umgebung der Clayallee, den Quermatenweg und die Krumme Lanke "immer mal wieder betroffen." Auch in Parkanlagen wie dem Heinrich-Laehr-Park am Teltower Damm seien die Borstenviecher vereinzelt unterwegs. Vor fünf Jahren sei die Lage allerdings wesentlich schlimmer gewesen. Mehr als 3500 Keiler und Bachen trieben sich damals im Stadtgebiet herum.

Die Schweine kommen laut Franusch "in Wellenbewegungen. Je tiefer der Frost, desto mehr schauen Wildschweine über den Waldrand hinaus", so der 48-Jährige. Angelockt würden sie von breit aufgestellten Komposthaufen und Gartenabfällen. Vor allem eine Warnung erteilt er den Wildschwein-Nachbarn: "Nicht füttern!".

Wildschweine seien "pfiffig und anpassungsfähig. Zwar sehen sie Tiere schlecht", so der Experte, "aber ihr Geruchssinn ist ausgezeichnet." Im vergangenen Jagdjahr gab es fast jeden Tag einen Unfall mit den ungebetenen Besuchern. Etwa 1000 Tiere wurden in Berlin erlegt, davon 335 im Südwesten.

Rund 1000 Wildtiere leben im Grunewald. Franusch rät, Abstand zu halten und entspannt zu bleiben. Das gilt auch für Füchse, die bei Dämmerung zum Beispiel in Dahlem spazieren gehen.

Normalerweise griffen heimische Wildtiere, zu denen auch Steinmarder und Wildkaninchen gehörten, den Menschen nicht an. Kommt es doch einmal zum Äußersten wie jüngst in Charlottenburg, kann der Förster das Tier mit dem Jagdgewehr erlegen.


Martinus Schmidt / mst
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