Rund 70 Akteure debattierten zur Zukunft des Ortsteils Altglienicke

Arbeitsgruppe Kosmosviertel, mit dabei Bürgermeister Oliver Igel. (Foto: Ralf Drescher)

Altglienicke. Die Ortsteilkonferenz für Altglienicke fand vor wenigen Tagen im Cabuwazi-Zirkuszelt statt.

Eingeladen hat die Sozialraumorientierte Planungskoordination, ein dem Bürgermeister unterstellter Bereich. „Wir wollten, das Planung nicht nebenher läuft, sondern unsere Ämter zusammenarbeiten und die Kollegen als Ansprechpartner für die Ortsteile zur Verfügung stehen“, sagte Bürgermeister Oliver Igel (SPD) zum Auftakt.

Dann gab es ein paar Zahlen zu Altglienicke. Der Ortsteil belegt 7,7 Quadratkilometer, hier leben (Dezember 2015) 26 337 Menschen. Davon entfallen 12 772 auf das Dorf, 7755 auf das Kölner Viertel und 5810 auf das in der Presse immer wieder gescholtene Kosmosviertel. Die Menschen sind im Durchschnitt 42 Jahre alt, die Arbeitslosigkeit liegt mit 6,8 Prozent unter dem Berliner Durchschnitt. Im Ortsteil gibt es 16 Kitas, fünf Schulen, das Bürgerhaus, die Bibliothek und eine Feuerwache sowie 19 öffentliche Spielplätze.

Für den Fortgang der Veranstaltung wurden vier Arbeitsgruppen gebildet. Die befassten sich mit dem Germanenplatz, der Zukunft von Cabuwazi, dem Dorf und dem Kosmosviertel. Die Berliner Woche schaute in der Gruppe Kosmosviertel vorbei. Hier wurden am Anfang zahlreiche Defizite aufgezeichnet: ungepflegte Grünanlagen, unsanierte Plattenbauten, fehlende Geschäfte und Gaststätten, kaum ein Engagement der Bewohner. Es gibt aber auch Ideen für eine Verbesserung. Ganz vorn standen ein möglicher Kauf der unsanierten Plattenbauten durch ein sozialen Regeln verpflichtetes kommunales Wohnungsunternehmen. Positiv wurde der durch Senatsmittel finanzierte Infopoint im Bürgerhaus an der Ortolfstraße bewertet. Hier können sich Bürger treffen und zu gemeinsamen Aktionen verabreden. Erst kürzlich haben Anwohner die verwilderten Hochbeete im öffentlichen Straßenland vom Unkraut befreit und neu bepflanzt.

Aller Ergebnisse der Ortsteilkonferenz sollen in den nächsten Tagen ins Internet gestellt werden. An gleicher Stelle gibt es dann auch einen Fragebogen, mit dem sich Anwohner in die Entwicklung von Altglienicke einbringen können: www.berlin.de/tk-spk.

Die Anwohner, die seit mehreren Wochen regelmäßig gegen ein bereits im Bau befindliches Flüchtlingsheim protestieren, ließen sich zur Ortsteilkonferenz übrigens nicht blicken. „Um Bürgermeister Igel und seinen Claqueuren kein Forum zu bieten“, wie sie vollmundig via Internet vermeldeten. Den eigenen Ortsteil mitgestalten, sieht anders aus. RD
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