Nach Hochhausbrand bleiben alle 39 Wohnungen zunächst gesperrt

von Harald Ritter


Der Brand im Hochhaus an der Cecilienstraße hat für alle Mieter schwerwiegende Konsequenzen. Erste Notmaßnahmen haben gegriffen, aber die Mieter brauchen eine langfristige Perspektive.

Das Feuer war am 2. Dezember gegen Mittag zunächst in einer Wohnung im dritten Stock ausgebrochen. Die Flammen griffen danach auf eine zweite Wohnung, das Treppenhaus und darüber gelegene Wohnungstüren über. Es waren zeitweise rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Bewohner zu retten und den Brand zu löschen. Ursache ist wahrscheinlich der unsachgemäße Umgang mit brennbaren Materialien durch einen Mieter.

Bei dem Brand erlitten 22 Bewohner Rauchvergiftungen, drei mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Bezirksamt stellte für die Nacht eine Turnhalle als Unterkunft zur Verfügung. Wer von den 50 Bewohnern auch am Sonntag noch nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen konnte, bekam einen Platz im Flüchtlingsheim am Brebacher Weg angeboten.

Alle 39 Wohnungen im zehngeschossigen Gebäude blieben gesperrt. Es war zunächst das Gutachten eines Statikers abzuwarten, ob das Haus nach dem Brand weiter begehbar ist. Mit Kleidung konnten sich Betroffene an der Spendenausgabestelle des Bezirks an der Bitterfelder Straße 15 und mit Haushaltsgegenständen im Sozialkaufhaus „Helfende Hände“, Roßweiner Ring 13, versorgen.

Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) gab am Dienstag, 5. Dezember, bekannt, dass das Sozialamt vorerst für 20 Hausbewohner die Kosten für Übernachtungen übernommen habe. Das Bezirksamt stehe in engem Kontakt mit dem Vermieter, der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsgenossenschaft. „Zuerst ist der Eigentümer in der Pflicht, für seine Genossenschaftsmitglieder und Mieter zu sorgen und Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel in Gästewohnungen oder Hotels“, erklärte sie. Wo es hake, werde der Bezirk weiterhin für schnelle Hilfe sorgen.
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