Anlieger wollen verkehrsberuhigende Maßnahmen

Helmut Mogel und Uwe Hößler auf dem unsanierten Grünkardinalweg. Dass diese Holperpiste saniert wird, wünschen auch sie sich. (Foto: BW)

Blankenburg. Abgesunkenes Kopfsteinpflaster, bei Regen ein richtiger See: Der Grünkardinalweg durch die Anlage Blankenburg ist eine Holperpiste.

Im Berufs- und Wochenendverkehr kommt es häufig zu Staus im nahe gelegenen Bereich Heinersdorfer Straße/Krugstege/Bahnhofstraße. Um Zeit zu sparen, nutzen Pkw- und Lkw-Fahrer den Grünkardinalweg als Umfahrung. Diese Straße ist für so viel Verkehr aber gar nicht ausgebaut. Sie ist eine reine Erschließungsstraße für die Bewohner der Anlage Blankenburg.

Verwaltet wird diese Siedlung vom Facility Management des Bezirksamtes Pankow. Das Facility Management entschloss sich, die Straße in Abstimmung mit dem Gesamtvorstand der Anlage Blankenburger zu sanieren. Dieser informierte die Anlieger Anfang des Jahres darüber, dass eine Sanierung der Straße geplant ist.

Weil sie danach nichts mehr von der Straßensanierung hörten, wandten sich Anlieger um Helmut Mogel und Uwe Hößler im März an das Facility Management. "Wir wollten bei der Planung mitreden und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden", erklärt Uwe Hößler. "Wir befürchteten nämlich, dass die Straße asphaltiert und breit ausgebaut wird. Dann würden Autos hier durchrasen. In unserer Anlage wohnen viele Familien mit Kindern. Wenn die auf dem Weg spielen, wären sie durch Raser gefährdet."

Auf den Brief an das Facility Management gab es bis heute keine Antwort, berichtet Helmut Mogel. Stattdessen bekamen er und die anderen Anlieger vor kurzem die Mitteilung, dass die Sanierung der Straßen noch in diesem Monat stattfinden wird.

Mogel und Hößler nahmen sofort Kontakt zum Facility Management auf. Sie erfuhren, dass zumindest einige ihrer Anregungen berücksichtigt wurden. Die Straße wird statt in einer Breite von 3,50 Metern nur auf drei Metern Breite asphaltiert. Außerdem soll es im Abstand von 89 Metern vier "Aufpflasterungen" auf der Straße geben. Damit sollen Autofahrer zum Drosseln der Geschwindigkeit bewegt werden. "Wir meinen, dass das zur Geschwindigkeitsreduzierung nicht reicht", erklärt Uwe Hößler. "Von so wenigen Aufpflasterungen lassen sich Raser nicht abhalten. Wir wollen doppelt so viele." Außerdem wünschen sich die Anlieger eine ausgeschilderte Geschwindigkeitsbegrenzung. Dafür sammeln sie zurzeit Unterschriften. Sie wollen auch die Bürgerfragestunde der BVV nutzen, um die Bezirkspolitik für das Thema zu sensibilisieren.

Die für den Bereich Facility Management zuständige Stadträtin, Christine Keil (Die Linke), erklärt auf Anfrage der Berliner Woche, dass die Bauarbeiten mit dem Vorstand der Gesamtanlage abgestimmt worden seien. Der ist für das Bezirksamt der Ansprechpartner in der Anlage.

"Die Frage der Verkehrsberuhigung ist das eine, die Herstellung von Wegen unter Beachtung der Verkehrssicherheit das andere. Bei der Planung für die Sanierung des Grünkardinalwegs sind beide Belange berücksichtigt worden", betont die Stadträtin den Standpunkt ihres Amtes. Die Anwohner wollen sich trotzdem weiter für mehr verkehrsberuhigende Maßnahmen auf ihrer Straße einsetzen.


Bernd Wähner / BW
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