Bezirk hat zweithöchste Angebotsmieten in Berlin

Teures Wohnen: In drei Lagen Charlottenburgs steht das Verhältnis von Miete und Einkommen in einem besonders ungünstigen Verhältnis. (Foto: Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Laut einer aktuellen Untersuchung stiegen die Angebotsmieten im Bezirk vergangenes Jahr auf 9,45 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Alarmierend: In manchen Kiezen fressen die Wohnkosten über 40 Prozent der Kaufkraft.

Hohe Nachfrage, schleppender Wohnungsneubau, teurere Mieten - dieser Dreiklang sorgte 2013 abermals für stärkeren Druck auf dem Wohnungsmarkt. Der neue Report der Immobiliengesellschaften GSW und CBRE belegt die angespannte Situation, der sich Menschen auf Wohnungssuche ausgesetzt sehen, mit Zahlen. So stiegen die Angebotsmieten in Charlottenburg-Wilmersdorf um 5,8 Prozent und erreichten einen Nettokaltbetrag von 9,45 Euro pro Quadratmeter. Dies bedeutet nur noch Platz zwei, weil in Friedrichshain-Kreuzberg die Steigerung doppelt so stark ausfiel. Glatte 10 Euro zahlte man dort zuletzt - der neue Spitzenwert in Berlin.

Reiner Wild, der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, erklärt diesen Tausch der Positionen mit einer höheren Fluktuation in Friedrichshain-Kreuzberg. Dort dreht sich das Karussell von Einzügen und Auszügen von meist jüngeren Menschen schneller als im sesshafteren Westen. Zuzügler bekommen immer kostspieligere Mietverträge vorgelegt und sind gewillt, sie zu unterschreiben. Hier wie dort sieht Wild die Entwicklungen mit Besorgnis: "Mit Leistungen des Vermieters haben die steigenden Preise kaum noch etwas zu tun", beklagt er. Oftmals wird die Verteuerung - ohne Sanierung der Immobilie - willkürlich diktiert.

Wie sehr die Wohnkosten das Budget belasten können, zeigt der Immobilienreport in einer Untersuchung zum Verhältnis von Kaufkraft zu Miete. Über 40 Prozent des Einkommens geht am Olivaer Platz, am Lietzensee und am Savignyplatz an den Vermieter. Doch auch das gibt es in Charlottenburg: sinkende Mieten in der Otto-Suhr-Allee (minus 14,3 Prozent) und am Halemweg (minus 2,1 Prozent). Trotzdem stellt der Report fest: Ein zögerlich voranschreitender Wohnungsneubau wird der steigenden Nachfrage nicht gerecht. Nur 199 Geschosswohnungen entstanden laut Report im Jahre 2012 im Bezirk. Immerhin: Genehmigungen für 709 weitere Wohnungen brachte man in dieser Zeit auf den Weg.


Thomas Schubert / tsc
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