Bezirksverordnete beteiligen sich am Schokotag

Judith Siller hier mit Helena Baumeister engagiert sich seit Jahren im Bezirk für den fairen Handel. (Foto: Wecker)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Eine süße Eröffnung gab es diesmal bei der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Judith Siller vom ehrenamtlich geführten Weltladen "A Janela" kam mit einem Schokoladenverkaufsstand in das Foyer des Bezirksparlaments.

Anlass war der bundesweit begangene "Schokotag" der Organisation "Fairtrade Deutschland". Charlottenburg-Wilmersdorf beteiligte sich an diesem Tag. Erste Kundin war Bezirksverordnetenvorsteherin Judith Stückler (CDU). Am Stand informierte sie sich vor der Tagung über den fairen Handel mit Kakao. Viele Verordnete unterstützten die Aktion mit dem Kauf von fair gehandelter Schokolade. Judith Siller freute sich über "die unerwartet hohen Verkaufserlöse". Zuvor war sie mit dem Stand auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus.Im Rathaus hatte die Präsidentin der international tätigen Hilfsorganisation FAI (Fondation Aman-International) Marie Ginette Amani-Fridrich den Stand besucht. Sie stammt von der Elfenbeinküste, woher die Hälfte des weltweit gehandelten Kakaos stammt. 2006 bis 2008 hatte sie mit ihrer Organisation ein Projekt der US-amerikanischen Tulane University unterstützt, das sich speziell mit dem Problem der Kinderarbeit an der Elfenbeinküste befasste. Bei jedem Biss in die hier unter einem Euro gehandelte Schokoladentafel sollte bedacht werden, dass hinter dem Schnäppchen schwere körperliche und unterbezahlte Arbeit steckt, die nicht selten von Kindern geleistet wird. "Das Problem sind nicht die traditionell in den Familien mithelfenden Kinder", erläutert Marie Ginette Amani-Fridrich, "sondern die von Großproduzenten und Farmern aus den noch ärmeren Nachbarländern zur Plantagenarbeit rekrutierten Kinder". "Dieses System der neokolonialen Ausbeutung unseres Landes", führte die FAI-Präsidentin weiter aus, "wird auch dadurch aufrecht erhalten, dass wir gehindert werden, unsere Rohstoffe und Landesprodukte selbst industriell zu veredeln. Wir werden nur als billige Pflücker benutzt und die Veredlung der Schokolade erfolgt in Europa".

Anders sieht es bei der fair gehandelten Schokolade aus, informiert Judith Siller. "Die zertifizierten Kooperativen bekommen Mindestpreise. Liegt der Weltmarktpreis höher, erhalten sie den höheren Preis. Zusätzlich erhalten sie eine Prämie, die die Bauern in Schulen und das Gesundheitswesen investieren können. Kinderarbeit ist bei den Fairtrade-Standards ausgeschlossen."

Am 29. September 11 Uhr, können sich Interessenten bei "A Janela" in der Emser Straße 45 aus erster Hand über die Bedingungen der Kakaoproduktion informieren. Dann ist dort die Kakaoproduzentin Felicia de Rosario aus der Dominikanischen Republik zu Gast.


Frank Wecker / FW
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