Der Neue Flügel wird ab 1. November saniert

Der Neue Flügel am Schloss Charlottenburg wird ab 1. November saniert und bleibt für die Besucher geschlossen. (Foto: KT)

Charlottenburg. Der Neue Flügel am Schloss Charlottenburg schließt am 1. November seine Türen für die Besucher. An diesem Teil des historischen Bauwerks beginnen die Sanierungsarbeiten für die gesamte Schlossanlage.

So wird die einstige Hohenzollernresidenz, die im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, 60 Jahre nach Beginn ihres Wiederaufbaus wieder zur Baustelle. Mit einem Masterplan will die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Fassade des Schlosses sanieren. "Der Masterplan ist eine große Chance für die historische Fassade", betonte der Generaldirektor der Stiftung, Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh. Als erster Teil der Maßnahme steht die Sanierung des Neuen Flügels bevor. Das ist der östliche Langbau, den Friedrich der Große 1740-42 erbauen ließ. Dorgerloh bewertete das Schloss als "ein ganz besonderes Haus für die Schlösserlandschaft in Berlin und Brandenburg." Im Schloss Charlottenburg "haben sich alle Hohenzollern verewigt". Die Fassadensanierung wurde unbedingt notwendig, denn "das Schloss ist in die Jahre gekommen". So gibt es viele Schäden am Dach, am Farbanstrich. Der Stuck am Portikus wird noch durch Netze gestützt. Aber es geht nicht nur darum, den baulichen Zustand zu verbessern, sondern gleichzeitig sollen Maßnahmen getroffen werden, um die Betriebskosten zu senken.

Für alle Baumaßnahmen stehen rund 14,3 Millionen Euro zur Verfügung. Davon kommen 9,1 Millionen Euro aus dem Masterplan für die Sanierung der preußischen Schlösser und Gärten und 5,2 Millionen spendiert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Bis zum Jahr 2017 soll das Charlottenburger Schloss wieder im alten Glanz erstrahlen.

Die Sanierung erfolgt schrittweise. "Das Schloss wird in wesentlichen Teilen immer geöffnet haben", erklärte Dorgerloh. Begonnen wird jetzt mit dem Neuen Flügel, schrittweise werden dann die Bauarbeiten fortgesetzt. "Wir arbeiten uns in Richtung Spandau vor", meinte Dorgerloh. Die Sanierungsmaßnahmen werden in insgesamt zehn Bauabschnitte unterteilt, so dass der Museumsbetrieb immer aufrechterhalten werden kann.

Der Architekt Ayhan Ayrilmaz erklärte die Bauabschnitte. "Die gesamten Baumaßnahmen spielen sich außen ab. Das Erscheinungsbild wird nicht verändert." Wichtig für den Architekten sind Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Dazu gehören ein neues Dach, die Wärmedämmung an Fassade, Fenstern und Türen sowie neue Versorgungsleitungen. Die technischen Anlagen, die seit rund 50 Jahren in Betrieb sind, sollen erneuert werden. Auch der Besucherservice soll verbessert werden. Dazu gehört ein Aufzug, damit auch Besucher mit Gehbehinderungen das Schloss in allen Teilen besichtigen können. Wichtig für den Architekten ist, dass "die klimatechnischen Bedingungen in allen Ausstellungsräumen verbessert werden". Um die Möbel und Gemälde besser zu schützen, müssen große Temperaturschwankungen vermieden werden.

Das Schloss kann auf eine über 300-jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahre 1695 schenkte Kurfürst Friedrich III. seiner Gemahlin Sophie Charlotte das Gut Lützow. Dort wurde bis 1699 das Schloss Lützenburg errichtet. Daraus wurde dann 1701 die repräsentative Sommerresidenz des Preußenkönigs Friedrich I. Architektonischer Mittelpunkt der Schlossanlage wurde 1712 der Schlossturm. Der Neue Flügel, der jetzt saniert wird, wurde ab 1740 gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss stark beschädigt. Nach 1945 wurde sofort mit dem Wiederaufbau begonnen.


Klaus Tessmann / KT
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