Bei „Luis und Luise“ finden 30 Obdachlose Schutz vor Kälte

Berlinweit gibt es 700 Notübernachtungsplätze. Parkbänke bieten dagegen im Winter kaum Schutz vor der Kälte.

(Foto: Ulrike Martin)
Berlin: Notübernachtung |

Steglitz-Zehlendorf. Mit dem Projekt „Luis und Luise“ gibt es seit Montag, 16. Januar, eine neue Notübernachtung für Obdachlose. 30 Männer und Frauen finden in der Königin-Luise-Straße 98 in Dahlem eine Unterkunft in der kalten Jahreszeit.

„Niemand soll erfrieren!“ heißt das Ziel der Einrichtungen, die im Rahmen der Berliner Kältehilfe Notübernachtungsplätze anbieten. Träger von „Luis und Luise“ ist milaa gGmbH in Kooperation mit dem evangelischen Diakonie-Verein Berlin-Zehlendorf. Wer in die neue Unterkunft kommt, findet dort nicht nur Schutz vor der Kälte und einen Platz zum Schlafen, sondern auch eine Duschmöglichkeit und ein Frühstück am nächsten Morgen.

Allerdings bleibt dort noch einiges zu tun. „Was die Einrichtung und die Ausstattung betrifft haben wir einen Grundstock“, sagt Projektleiterin Ann Jeannette Rupp. „Wir brauchen aber noch Tische, Stühle, mobile Elektro-Herdplatten, Isomatten und Schlafsäcke.“ Auch Geschirr und Besteck oder Kaffee, Tee und haltbare Lebensmittel in Konserven willkommen.

Bereits am 2. Januar hat die erste Notübernachtung der milaa gGmbh eröffnet. „Maria und Martha“ bietet ausschließlich für Frauen neun Plätze in der Busseallee 21 in Zehlendorf. Im Angebot sind neben der Übernachtung ebenfalls Duschen, Frühstück sowie die Ausgabe von Hygieneartikeln und sogar eine kleine Kleiderkammer.

Ausgebucht war die Einrichtung bisher noch nicht. „Wir sind noch nicht so bekannt. Das Projekt muss sich noch herumsprechen“, erklärt Rupp.

Zum Übernachten können übrigens nicht nur Zehlendorferinnen und Zehlendorfer kommen, sondern Obdachlose aus allen Bezirken. Betreut werden sie von insgesamt fünf festen Mitarbeitern und mehreren ehrenamtlichen Helfern.

Bis zum 31. März bleiben beide Einrichtungen geöffnet. Übernachtungen sind bei „Luis und Luise“ von 19 bis 7 Uhr möglich (letzter Einlass um 1 Uhr), bei „Maria und Martha“ von 19 bis 8 Uhr (letzter Einlass um 22 Uhr). Für beide Unterkünfte gilt: kein Alkohol, keine Drogen, keine Tiere, keine Kinder.

Mit den beiden neuen Einrichtungen verbessert sich die Anzahl an Notübernachtungen in Berlin. Derzeit gibt es zwar über 700, sie reichen jedoch nicht aus. Offizielle Statistiken existieren nicht, aber die Zahl der Obdachlosen stadtweit wird auf bis zu 6000 geschätzt. Der neue Senat will die Kapazitäten an Notübernachtungen möglichst schnell auf 1000 Plätze erhöhen.

Wer Spenden abgeben möchte, sollte direkt zu den beiden Einrichtungen kommen. Mehr Informationen unter anderen auch zu Fragen ehrenamtlicher Mitarbeit oder zu Patenschaften für 25 Euro, erhalten Interessierte während der Öffnungszeiten unter  0176/41 80 24 04 (Luis und Luise),  0176/41 58 57 23 (Maria und Martha) oder rupp@milaa-berlin.de. uma

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