Wasserbüffel sorgen jetzt auch dort für die Pflege

Vorsichtig trabt der erste von acht Wasserbüffeln aus dem Hänger. Die Landwirte Helmut Querhammer (r.) und Björn Hagge haben sie angeliefert. (Foto: Kiefert)

Falkenhagener Feld. Wasserbüffel haben im Spektegrünzug an der Stadtgrenze zu Falkensee den Job als natürliche Landschaftspfleger übernommen. Wie in den Tiefwerder Wiesen sollen die Tiere die Vegetation kurz halten.

Acht Wasserbüffel sind am 12. Juli per Anhänger auf der Weidefläche nördlich der Freudstraße angekommen. Die sanftmütigen Tiere mit den sichelförmigen Hörnern werden dort auf elf Hektar zum Erhalt und zur Pflege der Feuchtwiese zwischen Stadtrandsiedlung und der Stadtgrenze zu Falkensee beitragen.

Die sechs Kühe, der Bulle und das Kalb gehören Landwirt Helmut Querhammer. Zum zweiten Mal leiht er dem Bezirk seine Büffel aus. Eine Herde weidet seit 2011 in den Tiefwerder Wiesen, dem letzten Feuchtwiesengebiet im Bereich der Berliner Unterhavel. "Rindern faulen die Hufe, wenn sie im Wasser stehen. Den Wasserbüffeln aber gefällt es. Sie sorgen dafür, dass die Wiesen erhalten bleiben, indem sie das Grünzeug fressen und so den Wildwuchs bändigen", sagt Helmut Querhammer. Der Landwirt betreibt mit seiner Familie in Fahrland (Potsdam) einen Öko-Hof. Dort züchtet er neben Galloway-Rindern auch Wasserbüffel.

Die natürlichen Rasenmäher sparen dem Bezirk die kostenaufwendige Pflege der Wiesen. Etwa 100 Hektar Grünflächen werden in Spandau mittlerweile von Tieren beweidet, berichtet Elke Hube, Leiterin des Naturschutz- und Grünflächenamtes Spandau. Rinder und Schafe grasen beispielsweise auch am Fort Hahneberg. "So sollen schädliches Pflanzenwachstum unerwünschte Sträucher und Bäume zurückgedrängt werden", so Hube. Mit den Landwirten, die ihre Tiere verleihen, schließt das Bezirksamt über den Landschaftspflegeverband Spandau e.V. einen sogenannten Pflegevertrag ab. Der beinhaltet auch einen finanziellen Ausgleich an die Landwirte. Für die Fläche im Spektegrünzug wurde die Stadt Falkensee mit ins Boot geholt, denn ein kleiner Teil der Wiese gehört schon zu Brandenburg.

"Wir haben uns am Bau des Zauns beteiligt und Materialien zur Verfügung gestellt", berichtet Anke Gutendorf vom Falkenseer Grünflächenamt. Auch sei die Grenze zur Grünfläche ein wenig nach Falkensee verschoben worden, damit die Falkenseer über den alten Grenzweg näher rankommen. Die Wasserbüffel bleiben zunächst bis November auf der Feuchtwiese.

Wenn sich die Spaziergänger an die Regeln halten, will Helmut Querhammer seine Tiere dann im Frühjahr 2015 wieder auf die Weidefläche treiben. "Die Büffel dürfen nicht gefüttert werden. Also bitte keine Essensreste oder Zimmerpflanzen über den Elektrozaun werfen", sagt der Landwirt, der das alles schon erlebt hat. Und auch die Anwohner brauchen sich nicht zu sorgen. Die Tiere sind gutmütig und stören keinen.


Ulrike Kiefert / uk
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