Das Tuberkulose-Zentrum in der Deutschmeisterstraße ist überlastet

Berlin: Tuberkulose-Zentrum |

Lichtenberg. Das Tuberkulose-Zentrum an der Deutschmeisterstraße 24 ist wegen der steigenden Zahl von Flüchtlingen überlastet. Wartezeiten von bis zu vier Monaten sind keine Seltenheit. Ein Röntgenbus soll mehr Untersuchungen ermöglichen.

"Wir müssen jetzt den Rückstau aufarbeiten", sagte Gesundheitsstadträtin Sandra Obermeyer (parteilos für Die Linke) bei der Bezirksverordnetenversammlung am 23. April. Gerade bei Flüchtlingen sei eine Tuberkulose-Erstuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben - noch bevor sie Gemeinschaftsunterkünfte wie Wohnheime, Hostels oder Hotels bezögen.

"Eigentlich müsste unverzüglich untersucht werden", so Obermeyer. Doch die Stelle in Lichtenberg - es ist das einzige Tuberkulose-Zentrum in Berlin - ist wegen der vielen Flüchtlinge überlastet und kommt mit den Untersuchungen nicht nach.

Die Bevölkerung sieht die Stadträtin aber nicht in Gefahr. "Wer Anzeichen einer Tuberkulose-Erkrankung erkennen lässt, wird sofort untersucht. Das ist nicht nur im Tuberkulose-Zentrum möglich, sondern auch in anderen Kliniken, mit denen wir kooperieren." Darunter sei auch das Sana-Klinikum in der Fanninger Straße.

Die Wartezeiten für eine Erstuntersuchung soll jetzt ein Röntgenbus verkürzen. Er befindet sich beim Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Moabiter Turmstraße 21.

"Hier sollen bis zu 96 Menschen am Tag untersucht werden", sagte Obermeyer. Ein Befund wird noch vor Ort von Ärzten gemacht. Bis zum Sommer ist der Röntgenbus jedoch nur eine Woche im Monat für solche Untersuchungen geöffnet. "Wir arbeiten darauf hin, dass ab Juli der Bus langfristig die Arbeit des Tuberkulose-Zentrums unterstützt - an jedem Tag."

Mit der Wahl des Standortes hofft man, lange Anfahrtszeiten zu vermeiden: In der Turmstraße 21 befindet sich nämlich auch Berlins zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber.

Ihre Termine im Lichtenberger Tuberkulose-Zentrum ließen Flüchtlinge dagegen nicht selten verstreichen. "Mit der Aufteilung auf zwei Standorte bin ich zuversichtlich, dass mehr Menschen eine Untersuchung wahrnehmen", sagte Stadträtin Obermeyer.


Karolina Wrobel / KW
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