Kommentar: Überhaupt nicht witzig - Mordaufruf gegen Radfahrer

Radfahrer auf der Warschauer Straße. Sie sollen getötet werden, suggeriert ein Aufruf, der aktuell kursiert. (Foto: Thomas Frey)
Die vielen Fahrradfahrer gehen vielen auf die Nerven. Aber das ist noch lange kein Grund, ihnen nach dem Leben zu trachten. Das passiert aber gerade in Form von Postkarten, die anscheinend in Friedrichshain aufgetaucht sind. Der Adressat eines Exemplars schickte es an die Berliner Woche. Zu lesen ist darauf: "Steig ein ins Auto, es tut nicht weh! Wir wollen Fahrradfahrer/Innen töten auf der Frankfurter Allee". Ein Schüttelreim als Mordaufruf. Auch die politisch-korrekte Gender-Schreibweise ändert daran nichts.

Er habe die Karte in seinem Briefkasten gefunden, erläuterte der Mann in einem Begleitschreiben. Der Text hat ihn allerdings nicht erschreckt. Vielmehr, so heißt es weiter, "sprechen mir die Autoren aus vollem Herzen". Denn als Pkw-Fahrer erlebe er die "verrückten Fahrradfahrer täglich", besonders auf der Allee und der Warschauer Straße. Und wir sollten in der Zeitung ruhig auch einmal darüber schreiben und nicht nur, wie böse die Radler von Auto- oder Lkw-Lenkern behandelt werden.

Das machen wir ohnehin. Nur, zwischen Ärger über manche radfahrende Verkehrsrowdys und der Aufforderung, sie zum Freiwild zu erklären, liegt nicht nur die Grenze des guten Geschmacks, sondern vor allem die der Strafbewertbarkeit. Das ist weder witzig, noch ein Kavaliersdelikt. Sondern ein Fall für den Staatsanwalt. tf
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