Verkaufte Sprechstunden

Friedrichshain-Kreuzberg. Vom Handel mit Terminen in den Bürgerämtern sind wahrscheinlich auch die Standorte in Friedrichshain-Kreuzberg betroffen.

Er könne zwar aktuell keinen konkreten Fall nennen, sagt Knut Mildner-Spindler (Linke), Stadtrat für Bürgerdienste. Aber es sei kaum zu erwarten, dass dieses besondere Geschäftsmodell ausgerechnet im Bezirk nicht stattfinde.

Der Handel wird im Internet oder in Form von APP's angeboten. Kunden melden dort einen Termin an, der für sie mit Hilfe spezieller Server in einem Bürgeramt gefunden wird. Dafür müssen sie zwischen zehn und 35 Euro bezahlen.

Für den Stadtrat ist dieses Gewerbe eine spezielle Form von „Gründerzeit-Kapitalismus“. Den Zugang zu einer öffentlichen Dienstleistung zu verkaufen sei, wenn nicht gesetzwidrig, auf jeden Fall moralisch verwerflich. Weil sich die Nutzer aber natürlich nicht outen, gebe es keine Anhaltspunkte, in welcher Größenordnung diese Art vom Schwarzmarkt in Friedrichshain-Kreuzberg existiere. Blühen kann das Geschäft aber nicht zuletzt wegen der weiterhin großen Nachfrage in den Bürgerämtern. Gerade in den vergangenen Wochen gab es im Rathaus Kreuzberg und noch stärker Friedrichshain vor allem in den Morgenstunden wieder lange Menschenschlangen. tf
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