Hilfe für Festveranstalter: Beratungsbüros sollen bei Anträgen unterstützen

Friedrichshain-Kreuzberg. Nicht kommerzielle Veranstalter von Straßenfesten haben oft Probleme mit dem Genehmigungsverfahren. Ein Beratungsbüro soll sie in Zukunft dabei unterstützen.

Zumindest ist das die Idee von Verena Völkel und Hajo Toppius. Beide kommen aus der Friedrichshainer Kulturszene und sehen ihr Vorhaben als eine Art entlastende Schnittstelle zwischen den Antragstellern und dem bezirklichen Ordnungsamt.

Plant jemand eine Veranstaltung, dann soll er sein Vorhaben wie bisher zunächst bei der Verwaltung anmelden. Die schickt den – in vielen Fällen unvollständigen – Antrag an das Büro. Dort werden dann zusammen mit dem Bewerber und im Austausch mit dem Amt alle offenen Probleme geklärt. Und am Ende steht eine Genehmigung.

Natürlich können sich Veranstalter auch bereits im Vorfeld an die Unterstützer wenden. Die versprechen Antworten auf alle Fragen, entweder durch die regelmäßig an dem Projekt Beteiligten oder auch mit Hilfe von weiteren Experten.

Eine Entlastung für die Verwaltung und weniger Ärger auf allen Seiten halten Völkel und Toppius für den entscheidenden Pluspunkt ihrer Idee. Zumal das Ordnungsamt bereits in der Vergangenheit einräumen musste, dass ihm die personellen Kapazitäten für die rundum Betreuung eines Antragstellers fehlen. Der Schwerpunkt der Beratung solle in Friedrichshain liegen, „weil wir uns da sehr gut auskennen“. Aber auch Kreuzberger Festplaner würde man nicht abweisen.

Nur aus reiner Nächstenliebe wollen sie ihre Dienstleistung natürlich nicht anbieten. Die Kosten für die beiden geplanten Beratungsbüros sollen monatlich jeweils 200 Euro betragen. Dazu kommen noch zweimal 400 Euro für die Beratungsstunden sowie insgesamt 600 Euro für externe Hilfe. Bei voller Auslastung wären das 1800 Euro im Monat. Braucht niemand Unterstützung, werden nur 400 Euro fällig. Das Geld soll zunächst vom Bezirk kommen. Für die weitere Zukunft könnte auch über Anträge etwa über die Kulturförderung nachgedacht werden.

Beim Thema Geld reagierten die Mitglieder im Wirtschaftsausschuss der BVV dann entsprechend zurückhaltend und verwiesen auf die Haushaltslage. Auch wenn die Idee insgesamt eher wohlwollend aufgenommen wurde. Sollte ihnen die Festberatung wirklich sehr am Herzen liegt, dann könnten sie auch die nötigen Finanzmittel lockermachen. Denn Finanzstadträtin Jana Borkamp (Bündnis 90/Grüne) hat bereits angekündigt, dass im kommenden Doppeletat 2016/17 eine Summe von jeweils 100 000 Euro eingestellt wird, die die BVV nach ihren Wünschen ausgeben kann. Allerdings gibt es für diesen Posten schon jetzt einige Begehrlichkeiten.

Wirtschaftsstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) brachte auch die Möglichkeit ins Spiel, eine solchen Service mit eigenem Personal zu bewältigen. Zwar nicht aus dem Ordnungsamt, aber mit Mitarbeitern anderer Abteilungen, etwa dem Bereich Kultur. Das sei auch bereits vom Bezirksamt „angedacht“. tf
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