Die Odyssee der Kinder: Im Bezirk gibt es ein Flüchtlingsheim für Minderjährige

Friedrichshain-Kreuzberg. Der Flüchtlingsstrom nach Berlin reißt nicht ab. Und unter den vielen Menschen, die jeden Monat in die Stadt kommen, erfordert eine Gruppe ganz besondere Aufmerksamkeit. Nämlich Kinder und Jugendliche.

Häufig handelt es sich bei ihnen um sogenannte unbegleitete Minderjährige. Also Heranwachsende, die zumindest nach eigenen Angaben jünger als 18 Jahre sind und allen Anschein nach ohne Eltern oder andere Erwachsene auf die Flucht gegangen sind. Nach den jüngsten Zahlen kommen inzwischen jeden Monat etwa 400 von ihnen in Berlin an.

50 von ihnen sind in einer Einrichtung im Bezirk untergebracht, ist bei einem Gespräch in der Senatsjugendverwaltung zu erfahren. Ein großer Teil stamme aus Syrien und Afghanistan, sowie aus afrikanischen Staaten. Auch die Minderjährigen wurden natürlich mit Hilfe von Schleppern auf die Reise geschickt.

Darunter sind auch Kinder unter zehn Jahren. Bei den Jugendlichen ist es dagegen häufig schwierig, ihr wahres Alter zu ermitteln. Denn oft fehlen entsprechende Dokumente.

Normalerweise bleiben sie drei Monate in der Erstaufnahme. Dann werden sie zum Beispiel in Wohngruppen verteilt und kommen in die Verantwortung der bezirklichen Jugendämter. In der ersten Zeit gehe es vor allem darum, sie physisch und psychisch zu stabilisieren. Sehr schnell gebe es auch die ersten Sprachkurse.

Ein Gespräch mit den jungen Flüchtlingen in der Einrichtung wurde von der Jugendverwaltung abgelehnt. Das verbiete die Schutzfunktion gegenüber Minderjährigen. Aber natürlich trifft man manche von ihnen auf der Straße. Zum Beispiel einen jungen Mann, nennen wir ihn Ibrahim. Er gibt sein Alter mit 18 an und kommt aus Afrika. Über seine Flucht gibt er eher vage Auskunft. Mehr erzählt er darüber, was er sich hier erhofft. Er würde gerne studieren und ein normales, was wohl heißt, weniger gefahrvolles Leben, führen.

Auch wo sich die Unterkunft befindet soll nicht erwähnt werden. Dabei ist die Adresse zumindest in der Umgebung längst kein Geheimnis mehr. Es wird dort inzwischen auch zu Spenden für die neuen Nachbarn aufgerufen. tf
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