Das Jahr 2013 in Friedrichshain

Die neue Bürgermeisterin Monika Herrmann (Mitte), zusammen mit ihrem Vorgänger Franz Schulz und der neuen Finanzstadträtin Jana Borkamp. (Foto: Frey)
 
Hans-Christian Ströbele wurde zum vierten Mal hintereinander direkt in den Bundestag gewählt. (Foto: Frey)

Friedrichshain. In wenigen Tagen ist das Jahr 2013 Geschichte. Blicken wir deshalb noch einmal zurück auf die wichtigsten und interessantesten Ereignisse der vergangenen zwölf Monate in Friedrichshain.

Januar

Der Bezirk will die Genehmigung neuer Gaststätten zumindest erschweren. Zusätzliche Lokale sollen nicht mehr gestattet werden, wenn sie die Geschäftsstruktur eines Wohnviertels zu dessen Nachteil verändern. Diese Vorgabe nachzuweisen und dann umzusetzen, ist allerdings nicht ganz einfach.

Februar

Weltweit beachteter Mauersturz. Am 28. Februar wird ein Loch in die East Side Gallery gerissen. Grund ist der Hochhausbau des Investors Maik Uwe Hinkel an der Rückseite des Betonwalls. Darauf folgen Massenproteste. Bezirk und Senat schieben sich gegenseitig die Schuld an dem Mauerdurchbruch zu. Ein Kompromissvorschlag des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) verlangt, das Loch wieder zu schließen. Stattdessen soll eine schon vorhandene Öffnung etwa 50 Meter entfernt etwas verbreitert werden. Das hat wiederum eine Veränderung der Baupläne zur Folge. Auch darüber wird weiter gestritten.

März

Stress wegen einer Fernsehproduktion. Im Vivantes Klinikum im Friedrichshain gab es Dreharbeiten für das RTL-Format "Babyboomer - Willkommen im Leben". Das kritisiert Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Am 12. März entscheidet die Geschäftsführung das Projekt zu beenden. Was teuer wurde. Die Rede ist von rund einer Million Euro, die der Klinikkonzern an die Produktionsfirma zahlen musste.

April

Ende einer Ära. Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Dr. Franz Schulz (B 90/Grüne) kündigt seinen Rücktritt als Rathauschef zum 1. August an. Als Ursache dafür nannte er schwere gesundheitliche Gründe.

In mehreren öffentlichen Workshops wird über die Pläne auf dem sogenannten Freudenberg-Gelände an der Boxhagener Straße debattiert. Der Investor Bauwert will dort etwa 500 Wohnungen erstellen. Etwa zehn Prozent der Mietappartements sollen zu einem günstigen Preis von 5,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Gegner kritisieren unter anderem die hohe Baudichte. Daran hat sich auch nach weiteren Zugeständnissen der Bauwert bisher nichts geändert.

Mai

Aufatmen für die Senioren in den Häusern Palisadenstraße 41-46. Ihre Mieten steigen nicht, wie zunächst befürchtet auf einen Preis von bis zu 13,50 Euro je Quadratmeter. Sie werden zunächst auf eine Summe um die acht Euro festgeschrieben, die sich danach maßvoll erhöhen soll.

Die SG Empor Brandenburger Tor wurde am 9. Mai zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister im Badminton.

Juni

Die BVV wählt die bisherige Jugend-, Gesundheits- und Kulturstadträtin Monika Herrmann (B 90/Grüne) zur Nachfolgerin von Dr. Franz Schulz als neue Bürgermeisterin. Neues Mitglied im Bezirksamt ist Jana Borkamp (B 90/Grüne) als Stadträtin für Finanzen und Kultur.

Mit mehreren Veranstaltungen wurde auch im Bezirk an den 60. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR vom 17. Juni 1953 erinnert.

Juli

Wirbel um das SEZ. Der Eigentümer Rainer Löhnitz hat zwei Bauvoranfragen eingereicht. Er will unter anderem das Brückenhaus zu einem Hostel umwandeln und einen Campingparkplatz einrichten. Der Bezirk lehnt das zunächst ab. Seither droht Löhnitz mit einem Abriss des SEZ-Gebäudes. An seiner Stelle sollen dort ein neuer Sport- und Wellnesskomplex und außerdem Studentenwohnungen entstehen.

August

Bereits am 27. Februar beschloss die BVV das Einrichten von Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden. Die ersten beiden geschlechtsneutralen WC’s sollten eigentlich ab Sommer im Rathaus Kreuzberg entstehen. Aber daraus wurde erst einmal nichts. Es gab vor allem Einwände gegen den Standort auf der Etage des Bürgeramtes.

September

Bei der Bundestagswahl erringt der Grüne Direktkandidat Hans-Christian Ströbele zum vierten Mal hintereinander das Direktmandat im Bezirk. Allerdings liegt sein Ergebnis mit knapp 40 Prozent mehr als sechs Prozent unter dem Resultat von 2009. Über die Landesliste schaffen auch die SPD-Kandidatin Cansel Kiziltepe und Halina Wawzyniak (Linke) den Sprung in den Bundestag.

Der Berliner Naturschutzpreis geht an das Dathe-Gymnasium. Gewürdigt wurde unter anderem die seit 1956 bestehende Biologiestation in der Schule.

Oktober

Bei der Zwangsversteigerung der Sporthalle in der Samariterstraße fand sich am 20. Oktober kein Interessent. Das Gebäude wurde im Jahr 2000 im Rahmen eines Public Private Partnership eröffnet. Der ursprüngliche Eigentümer ging bereits 2004 pleite.

November

Am 20. November werden die sanierten Schmucktore am Südeingang der Knorrpromenade wieder aufgebaut. Für ihre Restaurierung hatte sich eine Bürgerinitiative eingesetzt.

Einweihung der umgebauten Zwingli-Kirche am 29. November. Das Gebäude hat jetzt eine Heizung.

Dezember

Die East Side Gallery soll Teil der Stiftung Berliner Mauer werden. Rettung für das Yaam. Der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses stimmte am 11. Dezember einer Rückübertragung des sogenannten Maria-Grundstücks an der Schillingbrücke an den Bezirk zu. Damit kann der Club ab Ende Januar dorthin umziehen.


Thomas Frey / tf
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