Heizkraftwerk erzeugt Kiezstrom: Berliner Energieagentur und Gesobau starten Kooperation „BHKW PLUS“

Gesobau-Chef Jörg Franzen, Bürgermeister Christian Hanke, BEA-Geschäftsführer Michael Geißler und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen bei der Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage. Das Ehepaar Kahlenberg als erster Stromkunde bekamt die BEA-Energiesparbox. (Foto: BEA)
Berlin: Koloniestraße 43-46 |

Gesundbrunnen. Die 250 Mieter der Gesobau-Häuser zwischen Koloniestraße, Zechliner Straße und Stockholmer Straße können zukünftig Heiz- und Stromkosten sparen.

In dem Wohnquartier im Soldiner Kiez erzeugt jetzt ein modernes Blockheizkraftwerk (BHKW) umweltfreundlich Wärme und Strom. Die Berliner Energieagentur (BEA) hat den alten Ölbrenner rausgeschmissen und im Keller für die Wohnanlage ein Blockheizkraftwerk eingebaut, das Wärme und Warmwasser erzeugt. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, Gesobau-Chef Jörg Franzen, BEA-Geschäftsführer Michael Geißler und Bürgermeister Christian Hanke haben die neue Energieversorgung eingeweiht.

Die Mieter sollen durch die Modernisierung Geld sparen. Wie Volker Gustedt von der Berliner Energieagentur sagt, werden die Heizkosten „etwas günstiger“ als bisher sein. Weil im Soldiner Kiez viele Menschen mit geringem Einkommen leben, „ist es besonders wichtig, dass die Kosten für Energie bezahlbar bleiben“, sagte Hanke. Die Gesobau-Mieter können, wenn sie wollen, auch den Strom von der BEA beziehen. Er wird für die Häuser in dem Blockheizkraftwerk erzeugt und soll „mit gut 24 Cent pro Kilowattstunde rund zwölf Prozent unter dem Berliner Grundversorgungspreis für Strom liegen“, so Gustedt. Bisher hat ein Mieter einen Vertrag für den sogenannten BEA-Kiezstrom abgeschlossen. Die Energieagentur wirbt für das Angebot.

Um die Bewohner in der Koloniestraße zu überzeugen, gibt es für jeden neuen Stromkunden eine Energiesparbox mit Energiesparlampen und schaltbaren Steckerleisten als Geschenk. Zum „BHKW PLUS“-Paket im Wert von 100 Euro gehört auch eine kostenlose Energiesparberatung. Experten kommen in die Wohnung, fahnden nach Stromfressern und geben Tipps zum Stromsparen.

Das moderne Heizkraftwerk versorgt die Häuser aus den 1930-er Jahren, die allerdings noch unsaniert sind. Eine gedämmte Gebäudehülle wäre zum Energiesparen wichtig. Wie Gustedt sagt, sei eine Fassadendämmung an den Häusern wegen des Denkmalschutzes aber nicht möglich. Die Gesobau hat auch noch keine Pläne, wann sie die Häuser mit 250 Wohnungen sanieren wird. „Frühestens 2019“, sagt Gesobau-Sprecherin Kirsten Huthmann.

Die Investition für das neue Blockheizkraftwerk inklusive neuem Stromnetz von 600 000 Euro hat die Berliner Energieagentur bezahlt. Sie verkauft die Wärme an die Gesobau, die die Kosten auf die Mieter umlegt. Das BHKW ist das erste in den Beständen der Gesobau, die überwiegend Häuser mit Fernwärmeversorgung hat.

Die BEA wurde 1992 auf Initiative des Abgeordnetenhauses gegründet. Der Energiedienstleister entwickelt und realisiert Projekte zur Reduzierung von Energiekosten und Kohlendioxid-Emissionen. In dem Block im Soldiner Kiez sollen durch das Blockheizkraftwerk 200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gespart werden. Gesellschafter der Energieagentur sind zu gleichen Teilen das Land Berlin, die Vattenfall Europe Wärme AG, die GASAG und die KfW Bankengruppe. DJ
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